Jeder, der sich dem Schreiben in irgendeiner Form… nun ja… verschrieben hat, ist vertraut mit der Schreibblockade. Diesem erbarmungslosen blinkenden Cursor, der leeren Seite. Die Frage ist, wie wirst Du sie los?

Was tun, wenn die Worte partout nicht auf’s Papier wollen? Über die Jahre habe ich den einen oder anderen Trick entwickelt, um gegen den Feind aller Schreiberlinge anzugehen. Fünf davon möchte ich heute mit Dir teilen.

Dabei kommt es nicht darauf an, ob Du einen Aufsatz, Kurzgeschichten oder eine wissenschaftliche Hausarbeit verfasst.

Finde zuerst den Grund für Deine Schreibblockade

Bevor wir uns aber Deiner Blockade widmen, sollten wir klären, warum Du blockiert bist. Es gibt nämlich mehr als nur einen Anlass für kreative Blockaden.

Deshalb bitte, bitte! Lies nicht diesen Blogpost oder irgendeinen anderen, akzeptiere irgendeinen Bullet Point als One-Size-Fits-All-Lösung.

Wenn Du den wahren Grund für Deine Schreibblockade vorher nicht ergründet hast, führt das schlimmstenfalls dazu, dass Du später noch weniger schreibst.

Schließlich hast Du ja alle Tipps der Autoren und Blogger befolgt und es klappt immer noch nicht…

Irgendwas muss also mit Dir nicht stimmen…

Vielleicht bist Du zum Schreiben einfach nicht gemacht… Uuund willkommen in der Negativ-Spirale des Todes!

Deshalb empfehle ich Dir einen gründlichen, ehrlichen Blick auf Dein Leben, Deine aktuellen Routinen, Deine Umgebung und Deine Ziele. Vieles nimmt Einfluss darauf, dass Du momentan nicht schreiben kannst.

Der falsche Zeitpunkt

Manchmal lässt Dein Privatleben Dir gerade nicht genug Luft, um Dich kreativ zu entfalten.

Wenn Du gerade vor dem nächsten Großprojekt stehst, das Deinem Chef beweisen soll, dass Du die Beförderung verdient hast, ist der Zeitpunkt vielleicht nicht der günstigste, um nebenher einen Roman zu schreiben.

Vielleicht ist er es doch. Das liegt an Dir. Niemand kann diese Frage für Dich beantworten. Manche Ideen müssen ein wenig „ziehen“, bevor Du sie zu packen bekommst.

Dein Umfeld

Diese Bremse kenne ich selbst nur zu gut. Dabei gibt es verschiedene Faktoren, die sie auslösen.

  • Angst vor der Meinung anderer (Kollegen, Familie, Freunde)
  • Die Idee, dass Schreiben und Dein Job einfach nicht zusammenpassen
  • Zu wenige textaffine Menschen in Deinem Umfeld

All diese Gründe sind nachvollziehbar. Trotzdem sollte keiner Dich von Deinem nächsten Buch abhalten!

Angst ist nachvollziehbar. Jeder Autor kennt sie. Jeder! Du legst Deine innersten Gedanken, oft genug auch Gefühle und Meinungen dar und fixierst sie – gefühlt für die Ewigkeit.

Wenn dann nicht schon Autoren, Künstler oder Unternehmer in Deinem Umfeld sind, die experimentierfreudig und offen sind, ist es leichter, sich entmutigen zu lassen. Gib dem ersten Impuls nicht nach!

Gleiches gilt für die Vorstellung, dass ein Buch oder die Berufsbezeichung des Autors einfach nicht zu Dir, Deinem Leben oder Job passt. Selbst ich als Germanist kenne das. Pervers, oder?

Mach Dir keinen Kopf darüber, was wie in Deine Biografie passt. In den seltensten Fällen kannst Du vorher absehen, was später funktionieren und neue Türen öffnen wird. Wenn Du Spaß an der Idee hast und sie einfach raus muss – schreib das Buch! Wenn nicht, brauchen wir nicht weiter über Dein Buch zu reden.

Zu viele Projekte auf einmal

Zuletzt sind da noch die parallel laufenden Projekte. Früher hätte ich Dir gesagt, dass Du nie mehr als ein Buch auf einmal bearbeiten solltest. Und im Prinzip glaube ich das immer noch. Allerdings hat mich dann irgendwann auch der Holzhammer der Realität erwischt. Rums – noch ein Auftrag für Website-Inhalte. Bamm – mehr Facebook-Posts, bitte!

Es klingt trivial, aber selbst diese kleinen Aufgaben können Deinen kreativen Brunnen leeren und am Ende nicht genug Stoff zurücklassen, um Dein großes Projekt zu beenden.

Ich kann nicht sagen, dass ich dieses Problem gelöst habe. Meine beste Lösung (bis heute) sind separate Zeiten für verschiedene Projekte. Vielleicht schreibst Du montags an Deinem Roman, dienstags ist der Blog dran und der Rest der Woche bleibt Dir für andere Projekte.

Oder Du schreibst morgens an kreativen Projekten wie Romanen und ab dem Mittag an Werbetexten oder Blogposts – ein Rezept, das für mich dieser Tage ganz gut funktioniert, auch wenn ich es noch ausfeile.

Jetzt, wo Du also genau weißt, wo der Schuh drückt, kannst Du gezielter gegen die Uhrsachen Deiner Schreibblockade vorgehen. Die Gegenmittel sind häufig doch dieselben. Trotzdem ist es wichtig, im ersten Schritt das Warum zu erkennen!

5 Mittel gegen die Schreibblockade

Lange Rede, gar kein Sinn. Kommen wir zu den Maßnahmen, die Du ergreifen kannst, um kreativ wieder in die Spur zu kommen.

Hier sind sie also…

1. Schreib einfach.

Ich weiß, Welterkenntnis. Aber denken wir kurz zurück an die Ursachen für die Schreibblockade.

  • Angst vor Zurückweisung
  • Perfektionismus
  • Zeitdruck
  • ein zu offenes Thema

Wenn Du Dir vornimmst, am Dienstag Kapitel 2.1 ohne Vorbereitung zu schreiben, wird der Schuss wahrscheinlich nach hinten losgehen.

Nimmst Du Dir aber vor, jeden Tag drei Seiten oder 500 Wörter zu schreiben (nur als Beispiel), ganz egal worüber, wird sicherlich auch Unsinn dabei sein.

Nach und nach wird Dir das Schreiben aber helfen, Deine Gedanken zu sortieren. Außerdem wird es Dich nicht so viel Überwindung kosten, wieder anzufangen, weil Du nicht Tage hast verstreichen lassen.

Und letztlich ist es besser, an sieben Tagen drei Seiten zu schreiben, von denen Du zehn nicht mehr ansiehst, als Dir an zwei Wochentagen Deadlines zu setzen, die Du nicht einhalten kannst.

Also: Schreib drauf los, egal, ob es zum Thema gehört, ob Du einen Text abschreibst oder eine Seite mit „Nananananananana Batman!“ vollschmierst.

Erst schreiben – später überarbeiten.

2. Such Dir Inspiration

Wenn Du Dich nicht von Zeit zu Zeit mit neuen Inhalten auseinandersetzt, wird es Dir schwer fallen, auf gute Ideen zu kommen.

Unser Gehirn kombiniert das, womit wir es füttern. Kein Input – kein Output. Deshalb ein paar Möglichkeiten, frische Ideen zu sammeln:

  • Lies Bücher. Ob Sachliteratur, Lyrik, Kurzgeschichten oder Romane, spielt keine Rolle.
  • Lies Zeitungen, Magazine und Blogs. Diese haben meist den Vorteil, Dich auf engem Raum mit sehr verschiedenen Themen zu konfrontieren.
  • Höre Radiosendungen, Podcasts, Hörbücher oder Vorlesungsmitschnitte. Sieh Dir Interviews an – wie meins mit Patrick Pissang 😉 Dort sprechen wir übrigens auch über Ideenfindung – Gleiches Prinzip.
  • Geh ins Kino, Theater oder in Lesungen. Du verstehst…

3. Unterhalte Dich mit anderen, aber nicht über die Schreibblockade

Ein frischer Blick auf ein inhaltliches Problem mag genauso helfen wie ein Gespräch über anderer Leute Probleme.

Vielleicht ist die Lösung zu einem Problem, an dem Du seit Tagen zu knabbern hast, für andere ganz offensichtlich.

Manchmal kannst Du aber auch aus den Lösungswegen anderer solche gegen Deine Schreibblockade ableiten.

Verschließe Dich auch hier nicht vor „unwahrscheinlichen Lösungen“: Vielleicht hilft Dir ein Gespräch mit Deinem Freund, dem Mediziner, um ein schriftstellerisches Problem zu lösen.

Probier’s einfach aus!

4. Geh spazieren, und zwar nur spazieren

Mittlerweile wird unser Verstand von morgens bis abends mit Nachrichten, Emails und Pop-Ups bombardiert (und nein, ich habe nicht vergessen, was ich unter 2. geschrieben habe). Das lässt dem Unterbewusstsein nicht viel Spielraum.

Nimm Dir ein paar Minuten (wenn Du kannst, eine Stunde) am Tag, um alles auszublenden. Keine sozialen Netzwerke, keine Emails, absoluter Leerlauf.

Ob Du dabei spazieren gehst, ist nicht direkt wichtig, aber hey, schaden kann’s auch nicht.

Gönne Deinem Kopf mal eine Auszeit und ich verspreche Dir, bald wirst Du mit Stift und Papier spazieren gehen müssen, weil Du Dich vor Ideen nicht retten kannst.

5. Wechsle den Arbeitsplatz, um die Blockade zu überwinden

Es ist erstaunlich, wie sehr wir von unserem physischen Umfeld geprägt sind. Auch hier gilt aber: Einheitsbrei schafft auch Brei im Kopf.

Mir fallen heute bei der Runde um den Block noch Sätze aus Hörbüchern ein, die ich vor Jahren gehört habe.

Mach Dir also Ortswechsel zunutze. Dafür braucht es keine sechs Arbeitszimmer. Es reicht manchmal, den Schreibtisch umzusetzen, eine Lampe aufzustellen oder mit dem Notizblock oder Notebook in den Park zu gehen.

Neue Umgebungen führen zu neuen Ideen.

Das sind sie, meine fünf Tipps, um Schreibblockaden zu überwinden.

Wie hilfst Du Dir, wenn die Inspiration auf sich warten lässt? Haben meine Tipps geholfen? Vielleicht lieferst Du mir ja die nächste Inspiration mit Deinen Tricks und ein wenig Feedback, ich würde mich freuen!

Schreib mir einfach eine E-Mail!

Und wenn Du glaubst, dass Deine Schreibblockade inhaltliche Ursachen hat, dass die Story einfach nicht fetzt – melde Dich! Wir vereinbaren einen Termin zum Story Coaching und kitzeln Metaphern und Plots aus ihr heraus, die Goethe und Hemingway wie picklige Schuljungen aussehen lassen!

Besser schreiben in nur 3 Wochen?

Hol Dir den E-Mail-Kurs und ich schicke Dir Tipps zu besserem Stil, Deinem Schriftsatz, Backups und allem, was zum Autorenleben gehört.

Erlaubnis zum Marketing

Willkommen im Club! Wir sehen uns in Deinem Posteingang!

Pin It on Pinterest

Shares
Share This

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen