Du willst gerade Deine Karriere als Blogger oder Werbetexter starten oder Dir nebenbei ein paar Euronen mit Texten im Netz verdienen. Löblich, lohnenswert, nachvollziehbar. Tritt aber nicht in die Falle der sogenannten Börsen, die Dein geistiges Eigentum für ein paar Cent verschachern! 

Heute möchte ich Dir meine Erfahrungen mit Texterbörsen schildern und erklären, warum ihr Preismodell nur der Börse selbst dient. 

Denken wir kurz objektiv darüber nach, welche Logik hinter den Strukturen der gängigen Minijob-Portale wie Fiverr, freelancer.com und anderen steckt. Du, der arbeitswillige Freiberufler, bist vielleicht schon erfahren. Vielleicht hast Du sogar studiert. 

Mag alles sein. 

Aber auf unserem Portal bist Du bislang nicht vertreten. Und wir haben die Kunden – Du nicht. Deshalb ist es für uns nur logisch, Dich im ersten Jahr schlechter zu bezahlen als Kinderarbeiter in einer chinesischen Turnschuhfabrik. 

In der Zeit darfst Du gerne bezahlte Prüfungen absolvieren und unnötige Formulare ausfüllen, die außerhalb unserer Plattform keinen Wert für Dich haben. So stellen wir nämlich sicher, dass Du auch weiterhin an uns gebunden bleibst und wir Deine Bezahlung für unsere „Kunden“ angenehm niedrig halten können.

Und rate mal!

Da wir im großartigen Zeitalter von „Geiz ist geil“ leben – schönen Dank, Saturn! – pfeifen unsere Kunden darauf, ob Du von Deinem Design-Entwurf gerade mal eine Dose Büchsenmilch kaufen kannst.

Immerhin stopfen wir unmenschliche Summen ins Marketing, deshalb können wir unsere Abnehmer weiter glauben machen, dass es eigentlich keine Alternative zu unseren Angeboten gibt – etwa Dich als Freiberufler direkt einzustellen. 

Währenddessen wirst Du Dich auf ewig dafür schämen, Dich überhaupt im Freundeskreis Texter zu nennen, weil Du letztlich von Deinem „Brotjob“ überlebst, den Du weiterhin ausführen musst (Warum schon dieser Begriff ein Problem darstellen kann, erklärt Dir Patrick Pissang).

Das hält Dich langfristig davon ab, Kunden zu akquirieren und so – Du ahnst es schon – klopfst Du nach ein paar schüchternen Versuchen, es alleine zu schaffen, wieder an unserer Tür.

Ich verstehe, dass es auch Freelancer gibt, die auf diesen Börsen gute Einträge erzielen, also versteh mich bitte nicht falsch. Aber die Logik, auf der das ganze System einer solchen Börse beruht, hat für mich einen fatalen Fehler; den Centpreis pro Wort. 

Warum Centpreise pro Wort absolut irrsinnig sind

Ich könnte Dir hier auch weitere Beispiele nennen.

Früher war ich schon Mitglied in Facebook-Gruppen, die sich sogar damit gerühmt haben, dass sie nur die „akzeptablen“ Centpreise pro Wort (meinetwegen ab 8 oder 12 Cent) in der Gruppe dulden und dass alle anderen Auftragsanfragen gelöscht werden.

Löblich, aber trotzdem falsch gedacht. 

Das Preismodell, nach der Wortanzahl zu bezahlen, beruht auf einer rein marktwirtschaftlichen Logik. In weniger Zeit soll mehr Text hergestellt werden. Mehr Output bei niedrigeren Kosten. So weit, so dumm.

Was diese Herangehensweise nämlich vernachlässigt, ist das heutige Leserverhalten. 

Wir leben im Informationszeitalter, richtig.

Um aber in Extremen zu sprechen: Was wäre Dir lieber, wenn Du nach „rezept kartoffelsalat“ googelst?

  • Die Seite, auf der oben das Rezept in Tabellenform steht und darunter die Arbeitsschritte durchnummeriert sind?
  • Die, auf der immer wieder „rezept kartoffelsalat“ steht?
  • Oder diejenige, auf der sich in 15.000 Wörtern die Wortbedeutung von „Kartoffel“ in philosophischen Satzgeschwulsten auf Dein Display ergießt?

Die Textmenge spielt nur eine Rolle, wenn sie durch weitere Beispiele, Details oder Erläuterungen Mehrwert schafft. Versetzen wir uns also kurz in den Besucher Deiner Seite.

Sucht Dein Leser eine Textwand oder eine Antwort? – Exakt.

Und deshalb suchst Du auch keinen Texter, der besonders günstig mehr Text schreiben kann, sondern einen, der seine Nische kennt und gut recherchieren kann. Denn sein Job wird es sein, Deinen Besucher innerhalb der ersten 3–5 Sekunden zum Weiterlesen anzuregen. 

Wenn er das nicht schafft, kann der letzte Passus Deiner Produktbeschreibung die Kernfusion neu erfinden. Es wird niemanden jucken, weil es schlicht niemand liest.

Diese Art Aufmerksamkeit kannst Du in anderen Textgattungen einfordern, und selbst da nur begrenzt.

Selbst Beipackzettel und Warnhinweise überfliegen wir alle nur, um sicherzugehen, dass wir unser Haus oder unsere Leber nicht in Flammen setzen.

Oder bist Du etwa der eine Überflieger, der alle AGBs des Planeten gelesen hat? 

Also, noch einmal zum Mitschreiben. Du suchst keinen Werbetexter oder Blogger, der für noch weniger Geld die brauchbaren Informationen noch weiter streckt, weil er keine Zeit mehr zum Recherchieren hat.

Was Du brauchst, ist ein Problemlöser, ein Empath. Jemanden, der sich in Deine Kunden hineinversetzt, ihr Problem und ihre Situation versteht und Dein Angebot damit abgleicht.

Er vermittelt also zwischen Dir und den Kunden, er schreit nicht nur „HIER DRÜBEN! KAUF MICH!“. 

Er muss Schlagwörter recherchieren, unter denen Du zu finden bist, Foren nach häufigen Anfragen durchsuchen, Dich in der richtigen Nische platzieren und das Ganze am Ende so verpacken, dass auch Du Dich in Deiner eigenen Marke wiederfindest. 

Das tatsächliche Schreiben ist nur das Endprodukt, das handwerkliche Niederschreiben einer langwierigen Recherche.

Wenn Du einen Fensterbauer beauftragst, bezahlst Du auch nicht nur den Einbau des Fensters. Zuerst kommt die Beratung, das Aufmaß, die Planung, Materialbestellung und Kalkulation und zuletzt kommt er schließlich mit dem fertigen Fenster vorbei und baut es ein.

All das bezahlst Du mit! Genauso ist es auch beim Texter. 

Ja, auch das Schreiben, Texten, Bloggen – wie Du es nennen willst – ist ein Handwerk. Und wenn Du Dir den Handwerker nicht leisten willst, musst Du Dir wohl selbst die Hände schmutzig machen.

Sei also so nett und denk daran, dass die Kollegen auch von ihrem Schaffen leben wollen.

Selbst der ehemalige Architekt, der jetzt für andere Architekten Werbetexte schreibt, ist sein Geld schon wert.

Wird er gleich alle Formate beherrschen? – Nie im Leben! Hat er Kenntnisse, die sonst nur 0,001 % der Blogger-Welt besitzen? Darauf darfst Du Deine nächste Statik-Analyse verwetten!

Werbetexter, Blogger und Copywriter tragen letztlich dazu bei, Dich bekannter zu machen. Eigentlich eine noble Tätigkeit, würde ich meinen. Lass es sie nicht bereuen, indem Du sie miserabel bezahlst. Danke! 

Falls Du nun vom irrigen Weg abgekommen bist und bemerkt hast, dass Du Dir unter diesen Umständen keinen Texter-Sklaven mehr halten willst – probier’s doch selbst!

Die ersten Tipps gebe ich Dir gerne in der Textschmiede. Nach den paar ersten Babyschritten merkst Du vielleicht sogar, dass es Dir Spaß macht, selbst zu schreiben. 

Warum Cent-Beträge für Blogger und Texter sinnlos sind

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