Wenn Sie auch davon träumen, auf einer blühenden Wiese mit Ihren Lieben in den Tag hineinzu… – POW! Heute nicht. Wir lernen jetzt, wie Du ganz einfach mehr Humor & Charme in Deine Texte bringst.

An dieser Stelle ein lautes „Danke!!!“ an Daniela Rorig. Ein, zwei, drei Ausrufezeichen. Laut genug? Sie hat das Thema vor einiger Zeit für die Texterwelt angestoßen. Für die ersten 5 goldenen Tipps, um in den Humoristen-Himmel zu gelangen, wirf einen Blick auf ihren Beitrag.

Dort lernst Du, wie Dir Soundeffekte, richtig eingesetzte Übertreibungen, Vergleiche, Alliterationen und Referenzen helfen, Deinen Text aufzumüpfen.

Warnung: Heute wird’s nicht witzig… oder nur ein bisschen

Ich gebe auch gerne zu, dass ich in dieser Hinsicht gerade selbst erst auftaue. Wundere Dich also nicht, wenn Du auf ältere Beiträge dieses Autors im Stil Claus Klebers stößt…

An Danielas Tipps möchte ich hier auch anknüpfen und einige weitere dazu geben, wie Du die Lacher Einzug in Deine Texte halten lässt.

Ich werde mich dabei auf die übergreifende Struktur Deiner Texte konzentrieren, weniger auf den Humor im Kleinen. Daher wird’s ein bisschen theoretischer werden, aber keine Angst, wir stehen das durch. Schließlich soll’s ja humorvoll werden.

Also, schauen wir uns die Möglichkeiten an, wie Du noch Humor in Deine Texte einfließen lassen kannst.

Der Fake-Out – Erwartungen enttäuschen, aber absichtlich

Grundsätzlich solltest Du ein paar Pfeile in Deinem Köcher haben, um Texte variieren zu können. Das gilt natürlich auch für ihre humoristische Note.

Der Fake-Out wirkt komplex, wenn man ihn erklärt, ist aber kein Hexenwerk. Auf Charisma on Command findest Du es anhand von Stephen Colberts Humor erläutert:

Die Grundidee, die Colbert umsetzt, ist eine der ältesten der Rhetorik: Baue Erwartungen auf und kehre sie ins Gegenteil um. Das kannst Du auf schlichte, aber auch komplexe Weise tun. Schauen wir uns eins der Beispiele aus dem Video (2:05) an:

Ich sagte, keine Fangfragen. Ich habe Dir versprochen, keine Fangfragen. Aber ich werde mit einer anfangen.

Das Prinzip ist noch einfacher als Kirschkernspucken. Zuerst baust Du eine Erwartungshaltung auf. Colbert unterstützt diese Erwartung sogar durch die wiederholende Bestätigung. Im Anschluss daran kehrt er diese sofort wieder um und kündigt sogar eine Reihe von Fangfragen an!

Also. Wie nutzt Du das für Deine Texte?

Spiel mit der Erwartung Deiner Leser

Im Beispiel oben spielt Colbert mit der Erwartung an einen fairen Interviewer, keine unfairen Fragen zu stellen. Und er bedient diese Erwartung zu Beginn, um sie für den humoristischen Effekt umzupolen. Das kannst Du auch tun.

Überleg Dir einfach, was typischerweise in der Situation, die Du im Text beschreibst, erwartet wird.

  • Erwartet Dein Leser einen besonders förmlichen Stil?
  • Sind Aufzählung alla „die 5 besten XY“ in Deiner Gattung üblich?
  • Rechnet er damit, geduzt zu werden?
  • Gebrauchen andere Autoren, die vergleichbar schreiben, Infografiken, Bilder oder sonstige Medien?
  • Wie setzen sie diese ein?

Nehmen wir an, Du möchtest Deiner Buchrezension ein wenig Würze verleihen. Du kündigst Deinem Leser an…

In den folgenden 10 Punkten erkläre ich Dir, warum das Buch so furchtbar ist, dass ich es in den siebten Kreis der Hölle schleudern möchte.

Was erwartet Dein Leser? Einen Verriss.

Wenn Du jetzt das Buch in den höchsten Tönen lobst, musst Du Dir nicht mal mehr viel Mühe geben, die Ironie und der Witz wird von allein einfließen und Deinem Leser ein Lächeln auf die Lippen zaubern.

Du kannst immer wieder an den Gag vom Anfang anknüpfen, z. B. in Deinen Zwischentiteln. Dort schreibst Du dann…

Gerade bei einem Thema, das sich so für dummdreiste Bemerkungen und bäuerliche Plattitüden hergegeben hätte, liefert der Autor doch tatsächlich eine objektive Analyse ab. Grau-en-haft!

Sahnehäubchen oben drauf: Geht es im Buch sogar um die Hölle, hast Du Dein einleitendes Bild angepasst. Quasi Literatur in der Literaturkritik. Mind. Blown.

Die Idee dahinter ist so einfach, dass Du sie spielend auf Einleitungen, Aufzählungen und Deine Top-10-Artikel übertragen kannst. Je mehr Du übst, desto mehr Gelegenheiten fallen Dir auf. Irgendwann spielst Du so mit all Deinen Einfällen, als könntest Du mit Zahnstochern Jenga spielen.

Hier ein paar Grundlagen, die Du jedem Beispiel ohne große Mühe überstülpen kannst:

Sag vorher, dass Du etwas nicht ausstehen kannst und liste dann Gründe dafür, dass Du es liebst

Ein Beispiel dafür hast Du oben schon gesehen. Achte darauf, dass Du nicht in beiden Sätzen Deine Gefühlslage ausdrückst, sondern hier das Gefühl und dort die Sachlage, die ihm offensichtlich widerspricht

„Warum ich Welpen hasse“ – „Sie sind viel zu flauschig!“

… Funktioniert offensichtlich besser als …

„Warum ich Welpen hasse“ – „Weil ich sie liebe!“

Beschreibe Deinen Gegenstand als perfekt und zähle im Anschluss Verbesserungsvorschläge auf

Ähnliches Prinzip, Du spielst erneut mit Widersprüchen, ohne sie direkt auszusprechen.

„Spaghetti sind das beste Essen der Welt! Und so werden wir es verbessern…“

Du kannst auch mit den Nuancen spielen. In diesem Beispiel könntest Du auch sagen „deshalb müssen wir sie verbessern“ oder „Und weil jeder das ignoriert, werden wir es verbessern“.

Der Humor entsteht hier, weil Du eine Kausalverbindung vorgibst, wo keine existiert. Leg die Sätze mal nebeneinander und überleg Dir, welcher Dir besser gefällt, um ein Gespür dafür zu bekommen.

Verkehre Erwartungen an die Gattung ins Gegenteil

Für ein stümperhaftes Beispiel, wirf einen gefälligen Blick auf die Einleitung dieses Blogposts. Du kannst mit Lautmalerei arbeiten, reimen, um deine Zeilen aneinanderzuleimen, oder Deine – Interpunktion, als; Deine Percussion-Gruppe! ansehen. Wenn Du die Band bist, gibt die Zeichensetzung den Rhythmus vor. Das kannst Du nicht für einen ganzen Text vollhalten, ohne Deine Leser zu verärgern. Für einige Zeilen trifft es aber voll auf die Zwölf!

Analyse im falschen Kontext

Keine Angst, es folgt keine wissenschaftliche Debatte. Auch die Analyse im falschen Kontext ist ein Prinzip, das hinter Scharen von Witzen steht. Dabei kannst Du es leichter übernehmen als den Deckel Deines geizigen Kumpels in der Kneipe.

Wirf mal einen Blick darauf, wie Conan O’Brien uns zum Lachen bringt:

An dieser Stelle sei kurz angemerkt, dass nicht jede Art von Humor sich derart aus der Stand-Up-Comedy in den schriftlichen Bereich übertragen lässt. Dadurch, dass Dir Intonation, Gesichtsausdruck und Gestik fehlen, funktionieren viele Witze einfach nicht. Denk nur an den Klassiker „Ich bin so klug! K – L – U – K!“.

Aber Conan ist offenbar immer noch stark geprägt durch seine Zeit beim Harvard Lampoon.

Das zeigt auch seine gespielt ahnungslose Analyse. Die Idee dabei ist, alltägliche Dinge zu betrachten, als hättest Du sie noch nie gesehen. Zugegeben, das erfordert Übung. Eine Menge. Aber Du musst Dich nur dazu zwingen. Du brauchst keine komplexe Theorie zu erlernen.

Nehmen wir wieder das Beispiel aus dem Video. Conan O’Brien steht an einem Rednerpult und hält eine Rede vor Studenten. Für viele von uns ist die Umgebung so bemerkenswert wie eine flackernde Leuchtstoffröhre im Aldi. Wir würden nicht darauf achten, dass das Pult nur ein Baumstamm ist. Conan schon:

Die Unsicherheit an der Dartmouth University ist so groß, dass ihr nicht einmal glaubt, ein richtiges Rednerpult zu verdienen (zeigt auf das Pult). Tut mir leid, was zum Teufel ist das? Es sieht aus, als hättet ihr es vom Filmset von Survivor: Nova Scotia geklaut. Ernsthaft, es sieht aus wie etwas, das ein Bär beim Treffen der Anonymen Alkoholiker benutzt.

Wichtig ist hier: Conan macht keine Witze über die Serie Survivor oder Alkoholiker. Er gibt lediglich dem alltäglichen Gegenstand, dem wir vorher keine weitere Aufmerksamkeit beigemessen haben, immer neue Bedeutungen. Achte auch darauf, wie er eine nach der nächsten Idee auf den immer gleichen Gegenstand überträgt. Eine gute Übung!

Wir bewegen uns jeden Tag durch diese Welt und wundern uns nicht mehr darüber, warum die Dinge um uns herum sind wie sie sind. Diese Fähigkeit aus Kindertagen haben wir leider in weiten Teilen verlernt. Antrainieren Du sie Dir musst, junger Padawan.

Wie geht das? Nimm einen beliebigen Gegenstand in Deiner Umgebung. Jetzt. Ich warte nicht lange. Hast Du ihn? Gut.

Überleg Dir, wie der Gegenstand, den Du vor Dir hast, normalerweise aussieht. Gibt es Besonderheiten, Abweichungen, kleine Macken oder Materialien? Sie können alltäglich sein. Gehe aber kurz in Dich und reflektiere darüber, wie Du Dir den Gegenstand vorgestellt hättest, wenn ich Dir nur den Begriff genannt hätte.

Um genau diesen Unterschied geht es, die kleine Strecke vom gelbfarbenen Bleistift mit Messingferrule und rotem Radiergummi, den Du mit dem Begriff Bleistift verbindest, hin zum Einhorn-Zauberstab mit magischem Radierglitter, der die bösen Worte wegzaubert.

Vorher habe ich schon kurz erwähnt, dass sich nicht jede Methode aus der Stand-Up-Comedy in Texte übertragen lässt. Hier stoßen wir nun auf die Schwächen der Analyse im falschen Kontext. Sie funktioniert logischerweise nicht ohne Kontext. Du musst also darauf achten, dass Dein Leser Dir folgen kann, sonst wird er höchstens irritiert sein.

  • Benenne Deinen Gegenstand
    • Wenn Du vom Einhorn-Zauberstab sprichst, ohne einen Bleistift im Bild zu zeigen oder in der Überschrift zu erwähnen, wird Dein Leser es schwer haben, Dir zu folgen
  • Binde Bilder ein, denen Deine Beschreibung widerspricht
    • Infografiken, GIFs, Fotos, Videos, ganz egal. Spiel damit, wie sie Deinem Text widersprechen oder seinen Sinn ergänzen können
  • Widersprich Deiner eigenen Überschrift. Gleiche Regel, anderes Beispiel. Listen and repeat.

Denk dran, der Humor lebt von der Diskrepanz zwischen Erwartung und Aussage. Wenn diese Diskrepanz zu klein ist oder Du sie nicht deutlich artikulierst, fällt der Humor flach.

Wirf einen Blick auf den Satz vom gelbfarbenen Bleistift weiter oben. Logischerweise zielte er nicht auf Humor ab. Es ging darum, dass Du Dir einen Bleistift vorstellst. Erst einen typischen, dann einen weniger typischen.

Hätte ich nun einen Teil der Aussage Deiner Fantasie überlassen, wäre der Effekt ein anderer gewesen.

Nehmen wir an, ich hätte Dir davon berichtet, dass mein zwölfjähriger Gangster-Neffe in Baggy Pants sich immer denselben Bleistift kauft. Und weil er Gangster ist, ließe er sich von mir natürlich nicht davon abbringen. Hätte ich dann den Hello-Kitty-Marker erwähnt, wäre der Effekt natürlich ein anderer als im Satz oben. Du verstehst?

Wichtig ist, dass Du möglichst genau bist. Denk Dir konkrete, starke Bilder aus, die mit Deinem Gegenstand interagieren. Nur so können Deine Leser die beiden zusammenbringen.

Wieder ein Beispiel aus dem zweiten Video:

Lass uns für eine Sekunde über Dein Outfit sprechen. Grundgütiger! Das sieht aus wie ein Smoking aus dem Jahr 3015.

Wie auch im Video beschrieben, hätte Conan einfach sagen können, „Du siehst aus, als hättest Du Kleidung aus der Zukunft an.“ Woop-woop! Irre witzig, oder? Nope. Und genau darauf kommt’s an.

Er sagt nicht Kleidung, er sagt Smoking. Er sagt 3015, er sagt nicht Zukunft.

Sei konkret. Das erfordert wieder Übung. Aber Du brauchst dafür kein Studium in Humorwissenschaften.

Vielleicht lehnst Du Deine Übungen für den Anfang an solche Beispiele an, die Du schon kennst. Wenn Du das nächste Mal eine komische Bemerkung über die lederne Smartphone-Hülle Deines Freundes machen möchtest, wählst Du vielleicht nicht das Jahr 3015, sondern das 18. Jahrhundert. Dann ist es eben kein Smoking, sondern das lederne Tafelsäckchen eines französischen Königs. Hey, ich übe selbst noch!

Beobachtender Humor

Wenn Du SeinfeldThe Office oder Curb Your Enthusiasm so verehrst wie ich, brauche ich nichts weiter zu erklären.

Der Humor dieser Titanen des Comedy-Kosmos lebt von der Beobachtung unseres alltäglichen Lebens. Wer hätte vor ein paar Jahren gedacht, dass man auf Stoßstangen den Satz „Stromberg for President“ lesen könnte? Ein Versicherungsvertreter! Unser Held! Lass es Dir auf der Zunge zergehen. Dabei verzerren die Autoren unseren Alltag natürlich genauso wie Stephen Colbert und Conan O’Brien.

Nur konzentrieren sie sich dabei auf gesellschaftliche Regeln, auf das von Mitmenschen erwartete Verhalten oder Ereignisse aus dem täglichen Leben. Die Gefahr dabei ist natürlich, dass es zu alltäglich wird.

„Ist Dir mal aufgefallen, dass die Bahn immer zu spät kommt?“ wird Dir wenig Applaus einbringen. An der Form kannst Du aber sehen, wie galant sich diese Art von Humor in Deine Einleitungen schmieden lässt.

Wie oft hast Du schon am Anfang Deiner Blogposts versucht, an Erlebnisse, Gefühle und Probleme aus dem Alltag anzuknüpfen? Genau darum geht’s hier. Das Menschliche. Dein Intro soll nicht in den Äther plärren „Ich weiß was, das Du nicht weißt!“. Vielmehr willst Du eine Verbindung mit Deinem Leser herstellen. Wenn’s geht, auf Grundlage gemeinsamer Erfahrungen, Erlebnisse oder Gefühle, nicht, weil ihr mit derselben Buslinie fahrt.

Verdeutlichen wir das Ganze kurz mit einem Beispiel aus einem Interview mit Larry David. Im Interview geht David auf seine Probleme beim Dating ein:

Mein Problem war, dass ich sehr wählerisch war, was seltsam ist. Denn ich war zu der Zeit verzweifelt. Das ist eine seltsame Kombination, verzweifelt und zugleich wählerisch zu sein. Und Dir wird auffallen, dass viele verzweifelte Menschen sehr wählerisch sind. Quasimodo, zum Beispiel. (…) Der Bucklige musste das bestaussehende Mädchen im Dorf haben! Und seine Freunde würden versuchen, ihn zu verkuppeln und sagen, „‚Quasi, da gibt’s ein sehr nettes Mädchen in meinem Büro, wunderbarer Charakter, ich möchte Dich ihr gerne vorstellen.‘ – ‘Sieht sie gut aus?‘“

David kombiniert hier gleich mehrere Grundregeln, die dafür garantieren, dass sein Humor zündet.

Zum einen wählt er sich selbst als Bezugspunkt. Dadurch kann sich kein Zuhörer beim Vergleich mit dem Glöckner von Notre Dame angegriffen fühlen. Gleichzeitig bedient er damit die Grundregel der Comedy seit den Hofnarren des Mittelalters – Selbsterniedrigung. Er tut also niemandem weh außer sich selbst.

Dann analysiert er, ähnlich wie Conan. Nur gibt er hier keinen falschen Kontext. Ihm geht es darum, die Situation zu erfassen. Fast, als wäre er ein Wissenschaftler für unerfüllte Liebe. Er strickt sich eine Theorie, die genau auf die vorher beschriebene Szene zugeschnitten ist.

Den Effekt kannst Du zuspitzen, indem Du die Theorie vor dem Beispiel darlegst. Einige Beispiele dafür wirst Du in den vorangegangenen Videos sehen.

Weiterhin folgt David einer Regel, die auch Daniela Rorig schon erwähnt hat, wenn auch in leichter Variation: Wähle bekannte Beispiele, sei es aus der Literatur, der Kunst oder Filmen. Wenn Du vom 23. Ritter berichtest, der auf dem Festtag zu Kardigol mit rotgüldenem Gewand erschien, zeichnest Du zwar ein blümendes Bild, es wird aber nicht denselben Effekt haben wie ein Gollum oder „Chiquitita, tell me what’s wrong“.

Das besonders Kunstvolle kommt im Beispiel zum Schluss.

David belässt es nicht beim Vergleich „Ich war hässlich wie Quasimodo“. Er erwähnt ihn als Unterbau für seine eigentliche Geschichte. Und in dieser Geschichte überträgt er Situationen und Verhaltensweisen unseres heutigen Alltagslebens auf die Figur. Zunächst ist da der Stil, der schon beim „Verkuppeln“ salopp anmutet. Dann spitzt er die Stilisierung aber zu, seine Freunde geben ihm den Spitznamen „Quasi“. Das gibt der großen Figur etwas Alltägliches, es rückt sie näher an uns heran und macht sie damit für humorvolle Umarbeitung brauchbar.

Außerdem kennen Quasis Freunde die Dame mit dem wundervollen Charakter auch nicht aus der (historisch „passenden“) Kirche, sondern aus dem Büro.

Du gibst keine Präsentation im Museum. Du willst, dass Deine Leser am Ball bleiben und Deinen Text unterhaltsam finden. Dafür brauchen sie etwas, womit sie sich identifizieren können. Sei es das Büro oder Ringelsocken in Sandalen.

Egal, ob Du König Artus als Kassenwart im Anglerverein auftreten lässt oder ob Conan der Barbar Minigolf spielt – such Dir ein alltägliches Element, das zu Deinem Thema passt und die Figur gleichzeitig näher an die Erfahrungswelt Deiner Leser heranzieht.

Und wie soll ich das jetzt für meine Texte brauchen?

Hier und da hab ich’s schon anklingen lassen, aber vielleicht hast Du’s noch nicht alles sacken lassen. Ich geb Dir also Starthilfe.

Nehmen wir an, Du betreibst einen Reise-Blog oder schreibst Texte für die Reisebranche. Dabei möchtest Du nicht nur „Sommer, Sonne, Sonnenschein! Himmel blau, ins Meer hinein!“ schreiben.

Gehen wir die Beispiele noch einmal kurz durch, damit Du sie auf Dein Beispiel übertragen kannst.

  • Fake-Out: Spiel mit der Erwartung und kehre sie um
  • Analyse im falschen Kontext
  • Beobachtender Humor

Willst Du sehen, was hinter Tor 1 steckt? Für den Fake-Out könntest Du mit vielen Erwartungen spielen. Da wäre die Erwartung der idyllischen Landschaft, der Hitze im Sommerurlaub und die fast clichehafte Aufforderung, sich am Beach zu erholen oder im Pool zu relaxen.

Nehmen wir das Wetter…

Auf Kreta scheint im August immer die Sonne, haben sie gesagt. Es passiert nie, dass im August die Sonne mal nicht scheint. Selbst nachts scheint im August auf Kreta die Sonne. Was hatten wir? Regen. Im Sommer. Auf Kreta.

Die Interpunktion kann das Ganze noch abrunden, wie Du siehst. Was ist mit der Analyse im falschen Kontext?

Bei der Fahrt über die Insel haben wir eine Herde Schafe beobachten können. Sie waren alle mit einem neon-pinken an der Seite markiert. Es sah aus, als wären sie alle einem Kult beigetreten und als wollten sie uns zurück in die Pinienwälder treiben, um uns dem großen Määh zu opfern.

Ja, ich weiß, damit wirst Du kein Stand-Up-Comedian. Aber darum geht’s nicht. Deine Leser müssen sich nicht schütteln vor Lachen. Wenn Du es so weit bringst, super. In den meisten Fällen genügt es aber schon, wenn sie den Text interessant und frisch genug finden, um weiterzulesen.

Dein Leser schenkt Dir wertvolle Zeit. Bring ihm die Wertschätzung entgegen, die er verdient und hinterlasse ihm ein paar knackige Bilder und Vergleiche, von denen er zehren kann. Er wird’s Dir danken.

„Was ist eigentlich mit dem Beispiel für beobachtenden Humor?“ Das hast Du scharf beobachtet! Rate mal… Man kann auch damit überraschen, dass man etwas auslässt. Überrasche mich mit Deinen Lösungen in den Kommentaren oder auf Twitter!

Vielleicht hast Du jetzt auch den langersehnten Geistesblitz für Deinen Text zu einem völlig anderen Thema. Teile ihn gerne mit Dir! Ich bin gespannt auf all die humorvollen Texte, die da auf mich einprasseln werden wie Handtücher in der Männerdusche.

Ich hoffe, der Beitrag hat Dir geholfen und Dich inspiriert, ein bisschen vom offensichtlichen Pfad abzuweichen.

Mach’s gut, wir lesen uns!

Hinweis auf Affiliate-Links: Danke für Dein Vertrauen in meine aufrichtige und fachkundige Meinung zu Informationen und Produkten, die Dir in Zukunft weiterhelfen oder schlichtweg unterhalten. Gerne stelle ich solche Informationen denjenigen, die davon profitieren können, zur Verfügung. Zu Produkten leitende Bilder und Links, die mit einem * gekennzeichnet sind, sind Affiliate-Links. Als Leser meines Blogs erlaubst Du mir, weiterhin Zeit und Aufwand in meine Website und Beratung investieren zu können, indem Du mir durch den Kauf über den Link eine kleine Provision zukommen lässt. Dadurch hast Du natürlich keinen Nachteil und es entstehen für Dich keine zusätzlichen Kosten. Manchmal sparst Du sogar durch einen von mir arrangierten Rabatt! Ich verlinke ausschließlich Produkte und Seiten, von denen ich selbst überzeugt bin.
Für mehr Humor in Deinen Texten

Besser schreiben in nur 3 Wochen?

Hol Dir den E-Mail-Kurs und ich schicke Dir Tipps zu besserem Stil, Deinem Schriftsatz, Backups und allem, was zum Autorenleben gehört.

Erlaubnis zum Marketing

Willkommen im Club! Wir sehen uns in Deinem Posteingang!

Pin It on Pinterest

Shares
Share This

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen