Denkst Du jeden Tag darüber nach, wie viele kostenlose Schreibprogramme da draußen rumlaufen? Kommst Du Dir bei der Überweisung an Microsoft vor, als würdest Du Schutzgeld zahlen? Du legst die Flocken auf den Tisch, bist Dir aber nicht mehr ganz sicher, wofür das Geld gut sein soll. Nicht jedem ist Textbearbeitung so wichtig, dass er die Scheine für Softwarelizenzen in den Reißwolf schmeißt. Oder Du bist in der misslichen Lage, dass Du Dir die Gebühren schlicht nicht leisten kannst. Dann nabel Dich jetzt ab! Die Gelegenheit war nie günstiger.

Leider wird aber wohl der Fall nicht mehr eintreten, dass Microsoft Word kostenlos anbietet. Deshalb liste ich heute einige kostenlose Alternativen zu Word & Co. für die gängigen Software-Plattformen. Egal, ob Du’s den Kapitalisten in Redmond zeigen oder ein paar Euro im Jahr sparen willst – diese Programme lassen Dich MS Office nicht vermissen.

Bill Gates braucht die Kohle, aber die kostenlosen Alternativen sind nicht schlecht.

Dabei steht ausschließlich im Vordergrund, dass die Apps kostenlos sind. Sicher werden sie nicht jede Funktion der Office Suite abdecken können. Von manchen Eigenarten, die Du schon lieb gewonnen hast, wirst Du Dich einfach trennen müssen. So ist das in neuen Beziehungen. Das heißt aber nicht, dass die Alternativen schlecht sind, nur weil sie nichts kosten. Die meisten Nutzer kommen mit den gratis Optionen ein Leben lang prima zurecht, ohne je etwas zu vermissen.

Bist Du bereit, Microsoft endlich zu sagen, dass ihr euch auseinandergelebt habt? Dann los!

Wer keine Add-Ins benötigt oder wem die Rechtschreibprüfung in Word nicht so wichtig ist, der fährt nicht nur aus finanzieller Hinsicht besser, wenn er ein kostenloses Schreibprogramm wählt. Gerade diese beiden Funktionen höre ich häufig, wenn es um Alleinstellungsmerkmale geht.

Achtet man aber ausschließlich auf den Preis, rücken auch Notiz-Apps oder Spezialprogramme in den Fokus. Unter anderen Umständen hättest Du sie vielleicht nie als Alternative gesehen, aber plötzlich sieht das kostenlose Notizprogramm ganz sexy aus, oder?

Darauf gehe ich in den Beispielen noch ein.

Keine Sorge, jeder kommt auf seine Kosten… Oder auch nicht, ist ja kostenlos… Also, erst mal nur gucken, nicht antippen.

Apache OpenOffice – Die erstbeste kostenlose Alternative zu Microsoft Office

OpenOffice darf als Standard unter den kostenlosen Alternativen zu Microsoft Office gelten. Vielleicht zusammen mit LibreOffice (siehe unten). Eingeteilt ist die Office-Suite in…

  • Writer (Textverarbeitung)
  • Calc (Tabellenkalkulation)
  • Impress (Präsentationen)
  • Base (Datenbanken)
  • Draw (Grafiken)
  • Math (Formeln)

Mein persönliches Problem mit OpenOffice bestand hauptsächlich im Umgang mit der vergleichsweise schlechten Rechtschreibprüfung. Diese mag über die Zeit besser geworden sein. Wenn nicht, ist das ein kleiner Preis für Freeware.

Als ich (vor Jahren) OpenOffice regelmäßig benutzt habe, hatte ich immer mal Kompatibilitätsprobleme beim Versenden meiner Dateien an Word-Nutzer. Auch an dieser Front hat sich etwas getan.

Man sollte auch die (sonst seltene) Verfügbarkeit auf Android betonen. So brauchst Du nicht lange nach einem kostenlosen Schreibprogramm für’s Tablet zu suchen. Winning!

OpenOffice ist verfügbar für: Windows, macOS, GNU/Linux, Solaris, FreeBSD, Android

Zum Download von OpenOffice

 

LibreOffice – OpenOffice mit leichten Abwandlungen

LibreOffice ist aus dem OpenOffice-Projekt hervorgegangen. Daher ist die Programmeinteilung der Office-Suite identisch (siehe oben).

Häufigere Updates und die Unterstützung einer 64-Bit-Version sprechen für LibreOffice gegenüber OpenOffice.

Letztlich sind sich beide aber – aus offensichtlichen Gründen – so ähnlich wie dieser Stromberg Christoph Maria Herbst (Moment mal…).
Ich kenne auch Nutzer, die schon wegen der Oberfläche von Word zu LibreOffice gewechselt haben. Nicht nur, weil es im Gegensatz zu Word gratis ist.

Wenn Du Dir unsicher bist, installiere beide parallel. Probier aus, welches Dir besser gefällt. Ein gutes Schreibprogramm erkennst Du oft daran, dass es Deinem Geschmack entspricht. Das lässt sich nicht immer an Funktionen festmachen.

LibreOffice ist verfügbar für: Windows, macOS, GNU/Linux, Solaris, FreeBSD, Android

Evernote – Ein Notizprogramm mit vielen Funktionen

Nicht jeder denkt beim Wort „Textverarbeitung“ an Evernote. Für viele Nutzer reicht aber ein Notizprogramm im Alltag vollkommen aus.

Es gibt Optionen zur Formatierung; handschriftliche Notizen können neben getipptem Text und Bildern stehen; und zu guter letzt gibt es zahlreiche Möglichkeiten, mit Tags und Schlagworten Ordnung ins Chaos zu bringen.

Im Gegensatz zum Microsoft-Konkurrenten OneNote ist Evernote in der Basis-Version kostenlos und Du zahlst für zusätzliche Funktionen und mehr Online-Speicher. Wer’s genauer wissen will: Hier ein Vergleich der Evernote-Versionen.

Für gelegentliche Notizen, zu sammelnde Quittungen oder knappe Dokumente eine sinnvolle Lösung.

Evernote ist verfügbar für: Windows, macOS, Android, iOS

Google Docs – Kostenloses Schreibprogramm, komplett online

Google bietet mit seiner Office-Suite ein umfangreiches Angebot zum Nulltarif, bzw. – wie so oft – für unsere Daten – um mal wieder die Technopanik-Keule zu schwingen.

Selbst sonst seltene Funktionen sind inklusive, wie das Bearbeiten von PDFs.

Und wem die schon umfassenden Funktionen von Google Docs nicht ausreichen, dem stehen wie bei MS Office zahlreiche Add-Ons zur Verfügung, um die Funktionalität zu erweitern. Diese sind jedoch häufig auf den englischsprachigen Raum ausgerichtet.

Wer Google aus Angst um seine Daten – oder die der Firma – nicht meiden möchte, findet hier ein sehr umfangreiches Programm. Und wenn Dir die Textverarbeitung online ein Greuel ist, kannst Du Dokumente in Chrome sogar offline verfügbar machen.

Google Docs ist verfügbar auf allen Plattformen (Web-App)

FreeOffice – Gratis Word-Alternative sogar mit Epub-Support

FreeOffice bewirbt sich selbst als „kostenlose Alternative zu Microsoft Office“ und ist wie OpenOffice, LibreOffice und Google Docs auf Android verfügbar.

Mit der neuen Version wurde die Kompatibilität zu Microsofts Suite verbessert und sogar ein Epub-Export als Funktion hinzugefügt, den selbst Microsoft nicht bietet.

Die Suite besteht aus

  • TextMaker (Textverarbeitung)
  • PlanMaker (Tabellenkalkulation)
  • Presentations (Wer hätte es gedacht? Präsentationen)

Auch sind kommerzielle Wörterbücher für 20 Sprachen und Thesauri für acht inklusive; ein Angebot, das FreeOffice von OpenOffice abhebt.

FreeOffice ist verfügbar für: Windows, Linux (Debian, Ubuntu, Linux Mint, openSUSE, Fedora, CentOS, Red Hat Enterprise, Mageia), Android

WordPad / TextEdit – Warum nicht was Simples?

Manchmal reicht auch der Klartext-Editor; nein, ernsthaft!

Für manche Texte spielt Formatierung eine ebenso geringe Rolle wie Plug-Ins oder HTML. Wer es ganz einfach mag und ohne Schnickschnack einfach schreiben will, ist mit TextEdit (auf dem Mac) und WordPad (Windows) gut bedient.

Beide sind ohnehin vorinstalliert, auch wenn WordPad unter Windows 10 etwas schwieriger zu finden ist.

WordPad und TextEdit sind jeweils vorinstalliert auf: Windows, macOS

Kostenlose „Spezial-Schreibprogramme“

Es gibt einige Sonderfälle. Manche unter den Editoren sind kostenlos, bedienen aber eine so enge Nische, dass sie den Nutzern ohnehin bereits bekannt sind.

Hier also ein paar Textverarbeitungsprogramme, die unter Umständen nützlich für Dich sein könnten, aber ebenfalls kostenlos sind:

  • Calligra Suite (Den Paketen von OpenOffice und LibreOffice nicht unähnliches Angebot, nur mit größerem Fokus auf Zeichnen, Vektorgrafiken und Ebooks. Verfügbar für Linux, macOS, Windows und Android)
  • LaTeX (TeX-Editor. Unter verschiedenen Lizenzen für Linux, macOS, Windows sowie als Web-App verfügbar)
  • LyX (TeX-Editor. Verfügbar für Linux, macOS und Windows)
  • Cassiopeia (Formel-Editor für macOS mit LaTeX und HTML-Exportoption)
  • AbiWord (Textverarbeitungsprogramm für Linux)

Das war’s! War etwas für Dich dabei? Wenn ja, lass’ mich wissen, für welches Textprogramm Du Dich entschieden hast und wieso! Ich bin gespannt, wie Deine Wahl ausfällt. Wer bekommt sie, Deine Texter-Rose?

Diesen Blogpost habe ich im Rahmen des „Analogen Aprils“ zuerst mit dem Füller geschrieben. Diesmal war es mehr oder weniger chaotisch, weil ich gleichzeitig recherchieren, sammeln und vorformulieren musste.

Für einen Monat möchte ich mehr darüber erfahren, wie die Art zu schreiben meine Texte und Arbeitsweise beeinflusst. Mehr dazu findest Du im ersten Beitrag zum „Analogen April“. Habe ich Dein Interesse geweckt? Willst Du mitmachen?

Die Regeln sind recht einfach, schreib’ alles zuerst von Hand und überführe es, wo nötig, in digitale Formate. Teile anschließend Deine Erfahrungen hier in den Kommentaren, auf Twitter und Facebook oder per Email! Ich bin gespannt!

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