Lektor, Korrektor, Schreibcoach, Story-Coach… In der Autorenwelt flirren zahllose Begriffe umher, die unterschiedliche Leistungen beschreiben (oder auch nicht). Da ich mich selbst nun schon seit einiger Zeit Romanlektor und Story-Coach schimpfe, möchte ich dir erklären, wann Du wessen Hilfe gebrauchen kannst.

Grundsätzlich möchten alle – Lektoren, Korrektoren und Coaches – helfen, deine Geschichte zu verbessern. Manche feilen am Stil, andere an der Grammatik oder der Formatierung. Zu wissen, wer was anbietet, erfordert ein wenig Erfahrung und den sicheren Umgang mit den Unterschieden zwischen Korrektorat und Lektorat.

Anlass für diesen Blogpost ist mein Interview mit Rudi Schäfer aus dem vergangenen Monat. Wer Rudolf Schäfer nicht kennt: Er schreibt selbst Fantasy und betreibt – so ganz nebenbei – auch Writers Online, eine riesige Online-Datenbank, in der Du zahlreiche Tips zum Schreiben allgemein, aber eben auch Kontakte zu Lektoren oder Cover-Designern findest.

Im Interview haben wir natürlich darüber gesprochen, was ich meinen Autoren denn so antue – eine berechtigte Frage, da der Begriff des Story-Coaches hierzulande lange nicht so verbreitet ist wie beispielsweise in den USA.

Wenn Du also zusätzlich zur Antwort auf die Frage ein paar Lacher hören möchtest, klick einfach in die Episode und hör dir den Podcast an. Für den „Begleitartikel“ zum Podcast lies gerne weiter. Und wenn danach immer noch Fragen offen sind, schick mir einfach eine E-Mail.

Was tut ein Lektor eigentlich? Sind Lektor und Story-Coach dasselbe?

Grundsätzlich ist es so, dass Lektoren, Korrektoren und auch Story-Coaches auf den verschiedensten Wegen zu ihrer heutigen Tätigkeit gelangt sind.

Häufig sind es – wie bei mir – die Geisteswissenschaften, die den Weg in den Lektorenjob ebnen, aber nicht immer. Fachlektoren in einem Wissenschaftsverlag müssen oft genug den Hintergrund aus dem Ingenieurwesen oder Naturwissenschaften mitbringen, um überhaupt qualifiziert zu sein.

Deshalb betone ich immer gerne, dass keine zwei Lektoren denselben Job ausüben. Der eine korrigiert den Zitierstil und die Grammatik in einem Fachbuch über Maschinenbau, der andere schreibt Feedback zu einem seichten Alltagsroman, der nächste begleitet von der Struktur bis zur Formatierung den ganzen kreativen Prozess.

Neben einigen Fragen, die aus diesem Prozess hervorgehen und auf die ich schon einmal eingegangen bin, solltest Du deshalb möglichst genau klären, wie dein Lektor arbeitet und abrechnet.

  • Beinhaltet dein Lektorat eine Plagiatsprüfung (häufig wichtig bei wissenschaftlichen Texten)?
  • Hilft dir dein Lektor bei der Formatierung?
  • Welche Arbeitszeiten hat dein Lektor? – Übersetzt: Wie lange braucht er für deinen Text?
  • Willst Du im Verlag veröffentlichen? Bietet dein Verlag ggf. ein Lektorat an? Was beinhaltet das Verlagslektorat?
  • Nimmt der Lektor nur Text aus bestimmten Genres an (Fantasy, Drehbücher, Kinderliteratur, Horror, Business-Kommunikation)?
  • Berechnet dein Lektor nach Textumfang oder Zeitaufwand? Gibt es ein Probegespräch oder -lektorat?
  • Ist dein Lektor bereit zur Zusammenarbeit via E-Mail/ Telefon/ Skype? Wie werdet ihr euch austauschen? Google Drive, E-Mail, Post?

Du siehst, mit der Frage, ob Du überhaupt ein Lektorat brauchst, ist es nicht getan. Du als Autor musst für dich im weiteren Verlauf abklären, ob der Lektor für dich überhaupt der richtige ist. Viele Kollegen werden dir helfen können, die Frage zu beantworten. Manche haben aber auch dafür schlichtweg nicht genug Zeit.

Manche Romanlektoren spezialisieren sich auf ein Genre. Ein Lektor für Kinderbücher kann und wird nicht immer gleichzeitig Krimis annehmen.

Je nach Arbeitsweise berechnen einige Lektoren Beratungsgespräche und tatsächliches Lektorat separat – eins nach Zeitaufwand, eins nach Textumfang. Auch hier solltest Du vorher fragen, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Einige Lektoren und Coaches bieten sogar bezahlte Beratungen via E-Mail an. Das kann durchaus wertvoll sein; allerdings solltest Du natürlich vorher wissen, worauf Du dich einlässt.

Ich biete grundsätzlich Romanlektorate an. Diese beinhalten in der Regel einen Blick auf Grammatik, Rechtschreibung, Sprachstil und (bedingt) Handlungslogik. Alles, was darüber hinausgeht, fällt in meinem Raster schon unter Coaching-Sitzungen.

Im Podcast haben wir auch meinen Werdegang genauer beleuchtet. Solltest Du dir aber die Frage stellen, ob mein Hintergrund in der Germanistik und Anglistik mir erlaubt, dein literarisches Meisterwerk zu begutachten, stell mir gerne weitere Fragen, um das für dich in Erfahrung zu bringen.

Und was tut jetzt ein Story-Coach?

In meinen Augen führen auch hier viele Wege nach Rom. Und das wirst Du schnell merken, wenn Du nur nach Story-Coaches suchst. Allen ist gemein, dass sie dir helfen wollen, bessere Geschichten zu erzählen. Die Frage ist, in welchem Kontext diese Geschichten stehen, da die Kompetenzen eines Story-Coaches aus den verschiedensten Lebensläufen hervorgehen können, vom sprachwissenschaftlichen Studium bis zum Regieassistenten. Hier ein paar Beispiele von Kollegen, um das zu verdeutlichen.

Lisa Bloom, ein Story-Coach mit stärkerem Fokus auf Business-Kommunikation, hat ebenso einen MBA wie eine ICF-Akkreditierung durchlaufen und zudem in zahlreichen Unternehmen gearbeitet, was sie ganz klar als Story-Coach für Unternehmer qualifiziert.

Elizabeth McCain tritt mit therapeutischer Perspektive an die Lebensgeschichte ihrer Kunden und Klienten heran. Für sie geht es um das Selbstbild, das wir durch Geschichten über uns selbst konstruieren.

Elizabeth Johnston scheint am nächsten dem Begriff zu folgen, den ich mit dem Story-Coaching in Verbindung bringe. Sie hilft Autoren, Struktur in ihr Manuskript zu bringen, Schreibblockaden zu lösen und Struktur in die Abläufe zu bringen.

Ich habe auch im Podcast darauf hingewiesen, dass ich die Bezeichnungen „Story-Coach“ und „Schreibcoach“ hinzugefügt habe, weil der Lektor sie meines Erachtens nicht vollkommen erfasst. Auch ich konzentriere mich natürlich auf den Aufbau guter Geschichten und möchte dir helfen, deine Texte so aufzubauen, dass sie deine Leser fesseln.

Der Ablauf in meinen Story-Coachings ist dabei ein anderer als im Lektorat.

Sicherlich werde ich auch korrigieren; allerdings streiche ich nicht mit dem Rotstift deine Kommafehler an. Im Lektorat schicke ich dir dein Dokument mit Kommentarblasen oder Randbemerkungen zurück, im Story-Coaching bekommst Du ein Textdokument mit meinem Feedback zu Struktur, Figurenmotivation oder Szenen- und Metapherngestaltung.

Im günstigsten Fall schaffen wir es, eine Coaching-Sitzung zu vereinbaren, während Du noch am Manuskript arbeitest; ein Lektorat kann man nicht anbieten, bevor dein Text steht.

Gibt’s den idealen Zeitpunkt für ein Story-Coaching?

Die Frage nach dem passenden Timing hat mir Rudi auch im Podcast gestellt und ich habe vorher in der Form nicht darüber nachgedacht. Ich beziehe mich einfach noch einmal auf mein Beispiel aus der Podcast-Episode (mehr Details dann dort):

Die Idee selber ist vielleicht zwei Cent wert.

Wenn man gerade erst die Idee hat und sich vornimmt, eine Geschichte über einen spießbürgerlichen Ritter zu schreiben, der auf eine Abenteuerreise geht, ist wahrscheinlich für ein Coaching noch zu wenig Material da.

Ansonsten hängt es stark von dir und deinem Prozess ab, weil ich mich möglichst auf dich und deinen Schreibprozess einlassen möchte. Ohne Story kein Feedback. Wenn Du also zwei Jahre für deinen Roman brauchst, brauche ich nicht in der zweiten Woche Feedback zu schicken.

Du musst dich selbst einschätzen können. Jeder Autor hat irgendwann eine Arbeitsphase, in der er nicht besonders empfänglich für Kritik ist. Zu bestimmten Zeiten kann Kritik einem Projekt sogar schaden. Ich versuche natürlich, mein Feedback so freundlich zu verpacken wie möglich, aber Du musst darauf vorbereitet sein, dass es hier und da auch wehtun wird. Dafür steht aber am Ende eine bessere Geschichte.

Bin ich mit meinem Projekt bei dir richtig?

Einfache Antwort: Schreib mir einfach, dann finden wir’s heraus. Bislang war noch jeder Autor glücklich; allerdings möchte ich nicht ausschließen, dass wir in unseren Arbeitsabläufen oder Zielen mal nicht zusammenpassen.

Wenn Du Angst davor hast, dass dein Genre vielleicht „zu fremd“ ist, hör am besten auch nochmal in den Podcast. Dort habe ich auch erklärt, warum es für Lektoren und Coaches weniger wichtig ist, jeden Text deiner Gattung zu kennen. Was deine Geschichte am Ende trägt, sind Plot, Konflikt und Struktur, nicht eine Kopie des Bösewichts aus deinem Lieblingsroman.

Gerne biete ich dir auch einen Probelauf an, in dem wir uns deinen Plot gemeinsam ansehen und uns ein wenig „beschnuppern“ können.

Juckt’s jetzt in den Fingern? Willst Du an deiner Story schrauben? Dann meld dich bei mir!

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