Spielst Du mit dem Gedanken, Dir ein Stehpult zu besorgen? Bezweifelst Du noch, dass es Deinen Büroalltag in ein ergonomisches Nirwana verwandeln wird? Dann hilft Dir mein Erfahrungsbericht sicher weiter!

Warum sollte gerade ich Dir Ratschläge zu Stehpulten geben?

Eines vorweg: Ich bin weder Arzt noch Physiotherapeut. Für medizinische Ratschläge bin ich so qualifiziert wie der Teufel für Wärme-Isolierung. Hier berichte ich lediglich über meine Erfahrungen mit Stehpulten gegenüber dem jahrelangen Hocken auf brettharten, beichtstuhlgleichen Bänken in der Uni.

Solltest Du also Rückenprobleme haben oder – schlimmer – Dich gerade von einem Bandscheibenvorfall erholen: Ich kann Dir nicht dazu raten, Dich gleich auf ein Stehpult zu stürzen oder doch dem Chefsessel den Vorzug zu geben. Hierzu solltest Du auf jeden Fall Deinen Hausarzt, Orthopäden oder Physiotherapeuten konsultieren!

Allerdings glaube ich, aus zweierlei Hinsicht zu dem Thema beitragen zu können, wenn auch laienhaft:

Zunächst bin ich aus dem Uni-Alltag das stundenlange Hocken in Bibliotheken und Büros mehr als gewohnt. Für mich als Germanisten gehört ausgiebiges Lesen zum Alltag.

Wenn ich behaupte, ich hätte immer darauf geachtet, alle 30 Minuten aufzustehen und durch die Bibliothek zu laufen, treibt’s mir die Schamesröte ins Gesicht.

Über die Jahre habe ich mir aber Routinen angewöhnt, die mich dazu bewogen haben, mir ein Stehpult anzuschaffen.

Der zweite Grund ist weniger offensichtlich: Ich bin mit meinen 2,03 Metern nicht gerade der Kleinste. Falls Du auch zu den Hünen und Lulatschen dieser Welt gehörst – High Five! Gerade Du wirst wissen, dass Übergröße gerne mal mit Rückenschmerzen einhergeht. 

Doch es war nicht die Körpergröße allein, die mich am Ende ins Stehen getrieben hat…

Welche Vorteile mich vom Stehschreibtisch überzeugt haben

Neben Sport und einem sonst gesunden Leben ist ein ergonomischer Arbeitsplatz mitunter das Beste, was Du Körper und Geist gönnen kannst.  Zugegebenermaßen vernachlässigen selbst die berühmtesten Autoren diesen Aspekt ihres Autorenlebens; denk nur an Churchill!

Ein gesunder Körper ist ein Gästezimmer für die Seele; ein kranker ein Gefängnis. – Sir Francis Bacon

Häufig empfehlen die Experten neben ergonomischen Tastaturen oder Fußbänken in der Regel ein Stehpult, das in sich viele Vorteile vereint. Es fortdert vor dem Kauf aber auch Entscheidungen ein.

Vor ein paar Jahren hatte ich das Glück, ein gebrauchtes Stehpult günstig zu erwerben. Daher möchte ich meine Erfahrungen mit Dir teilen. 

Grundsätzlich sind Stehpulte der Flipchart-Flaschengeist: „Reib die Tischplatte und lass die Wehwehchen des Job-Alltags verschwinden.“

Mein Kettler-Stehpult

Mein Kettler-Stehpult


Mein Stehpult ist eine Kreuzung aus Rednerpult und Workdesk, wenn man sich die Bauweise und Funktionen genauer anschaut.

Je nachdem, welche Anforderungen Du stellst, sieht Dein „ideales Modell“ anders aus als meins.

Ob Rednerpult oder Workdesk – für manche gebrauchten Modelle musst Du kein Vermögen veranschlagen. Es ist also keine eine Frage des Geldes.

Da Du im Stehen arbeitest, vermeidest Du eine Reihe von Haltungsschäden, die sich im Sitzen einschleichen können. Im Stehen dagegen wird’s Dir schwerfallen, einen „Buckel“ zu machen. 

Nach einiger Zeit werde ich im Sitzen am Schreibtisch träge wie Garfield. Zumindest, wenn ich sagenhaft-inspirierende Arbeiten wie Ablage oder Steuererklärungen zu bearbeiten habe.

Dieses Problem fällt durch das Stehpult weg, da das Stehen Deinem Körper mehr Aufmerksamkeit abverlangt. 

Für die Haltung und die Arbeit selbst kann ich Stehpulte daher nur empfehlen. Mehr zu gesundheitlichen Aspekten erwähne ich weiter unten.

Bevor ich einen solchen Kauf tätige, lese ich alles und nichts zum Thema, seh mir Videos auf YouTube an, etc. So bin ich auch an mein „Projekt Schreiben im Stehen“ herangegangen. Mich hat damals die Autorin Joanna Penn angesteckt, deren (englisches) Video zu einem ergonomischen Arbeitsplatz ich hier verlinke.

Es kursieren reichlich Informationen zu gesundheitlichen Vor- oder Nachteilen von dauerhaftem Stehen und Sitzen.

Nach all den Artikeln und Videos kann ich den Richterhammer nicht abschließend schwingen. Nur so viel: Ich persönlich wechsle gerne zwischen Sitzen und Stehen ab. Wie bei allem anderen halte ich Mäßigung für das beste Rezept.

Einige Veränderungen habe ich schon nach kurzem Einsatz des Stehpults bemerkt und über diese berichte ich hier gerne, damit Du Dir auch ein Bild machen kannst.

Haltungsschäden vs. Stehschreibtisch

Haltungsschäden vs. Stehpult

Ganz gleich, ob Du nun bei den Ergonomie-Experten nachliest oder nicht, die erwähnten Vorzüge eines Stehschreibtischs sind in den meisten Fällen dieselben:

  • Abwechslungsreichere Belastung Deiner Muskeln & Bänder
  • Kurzfristig: Weniger Probleme mit einschlafenden Händen und Füßen
  • Langfristig: Vermeiden von Sehnenscheidenentzündung, Karpaltunnelsyndrom, Bandscheibenvorfällen, etc.
  • Leistungssteigerung & verbesserte Konzentration, u. a. durch mehr Bewegung und erhöhte Kreislauftätigkeit
  • Gewichtsabnahme
  • Psychologische Auswirkungen: Mehr Elan & Ausdauer
  • Entlastung der Knie
  • Niedrigere Cholesterin- & Blutdruckwerte
  • Bessere Verdauung

Auch ich habe mir in Magazinen und Infografiken einen Eindruck verschafft und fand die Liste reizvoll.

Weniger Rückenprobleme und dabei Pfunde verlieren? Hallo, Wolke Sieben!

Kann ich deshalb alle Punkte heute abhaken oder die Probleme als gelöst betrachten? Schön wär’s… Aber der Reihe nach.

Was hat sich durch mein Stehpult wirklich gesundheitlich geändert?

Ob ich meine Muskeln oder Bänder de facto abwechslungsreicher belaste oder nicht, kann ich nicht beurteilen.

Meine anfängliche Befürchtung hat sich jedenfalls nicht bestätigt. Ich throne nicht nur statisch vorm Tisch wie eine Salzsäule.

Da ich ohnehin stehe, nutze ich viel häufiger die Gelegenheit, um zwei, drei Schritte durch’s Zimmer zu machen. Auch blicke ich immer wieder weg vom Bildschirm aus dem Fenster oder gönne mir eine Wasserpause an der Fensterbank.

Was Rücken und Nacken anbelangt: Die beiden haben von Anfang an lautstarke Lobeshymnen auf meinen wagemutigen Schritt ans Pult angestimmt. „Lobet die lahme Leseratte, denn sie hat sich erhoben!“ Ja, ich sitze zwischendurch immer noch, gerade, wenn ich von Hand schreibe (was am Stehpult nicht geht) oder wenn ich Abwechslung suche. Ich bemerke aber, dass ich am Abend definitiv unter weniger Wehwehchen leide, wenn ich längere Zeit am Stehschreibtisch verbracht habe. Abgesehen davon, dass ich insgesamt besser schlafe.

Anlaufprobleme: Taube Finger und Durchblutungsprobleme?

Meine Bandscheiben haben noch keine Probleme bereitet – klopfe auf Holz, poch-poch – aber als ich mit dem Stehpult losgelegt habe, haben mir meine Hände tatsächlich einmal Probleme bereitet.

Nach gut einer Woche wurden Ringfinger und kleiner Finger der rechten Hand zwar nicht taub, kribbelten aber spürbar. Paniker und Hypochonder, der ich bin, habe ich gleich eine Pause eingelegt.

Seitdem habe ich die Position meiner Tastatur verändert und achte penibler auf meine Handhaltung als Sheldon Cooper auf seinen Sitzplatz. So ließen sich weitere Probleme, vor allem das gefürchtete Karpaltunnelsyndrom, Gott sei Dank vermeiden.

Wenn Du Dich gerade mit dem KTS herumschlägst, fühle ich mit Dir. In dem Fall, solltest Du auf jeden Fall zuerst Deinen Arzt aufsuchen, bevor Du mit dem Stehpult voreilig mehr kaputt machst als heile.

Bei den Oberschenkeln komme ich zu keinem abschließenden Urteil. Ja, ich bemerke beim Sitzen am Schreibtisch gelegentlich Durchblutungsprobleme.

Ob das dem Sitzen allgemein, meiner Marotte, die Beine übereinanderzuschlagen oder meiner Körpergröße geschuldet ist, kann ich nicht sagen. Wahrscheinlich ist es eine Kombination aus allen dreien.

Im Stehen schlafen mir logischerweise die Füße nicht ein. Vor Blutstau warnen die Experten hier aber sicher nicht umsonst. Einmal mehr gilt: Bewegung, Bewegung, Bewegung.

Kommen wir zum letzten Punkt der körperlichen Gesundheit, den lieben Knien. Hier waren meine Erlebnisse abenteuerlich. Und ich berichte nicht darüber, um abzuschrecken oder Dir vom Stehpult abzuraten, sondern um Dich darauf hinzuweisen, dass ein ausgeglichener Arbeitsplatz wichtig ist und dass Du auf Dich achten solltest.

Das Abenteuer meiner Klapp-Knie

Eines schönen Tages formulierte ich fleißig am Stehpult vor mich hin, wechselte von Fuß zu Fuß, wie ich es gewohnt war, und erfreute mich am kapitulierenden Cursor.

Nachdem ich (unbewusst) die Knie nach hinten durchgestreckt hatte – ich weiß, sollte man nicht – und sie aus dieser Position heraus lockern wollte, kam’s dann. Es fühlte sich an, als hätte jemand eine Hydraulik-Leitung gekappt und als ginge mir nach und nach die Kraft in den Knien verloren.

Der Bildschirm stieg in meinem Blickfeld langsam auf, die Tischplatte näherte sich meinem Kinn, bis sie mich überholte, schließlich über mir thronte und ich auf dem Boden lag, fluchend wie Keith Richards auf Entzug. Kein schönes Gefühl, wenn die eigenen Beine Gummi-Ente spielen.

Ein paar Tage lang gab ich noch die Aufführung des humpelnden Hünen, leider ohne Applaus. Die Diagnose des Arztes besagte, dass es sich wohl um eine Überdehnung handeln müsse, auch wenn er nachträglich nichts mehr feststellen konnte. Immerhin nichts gerissen, Gott sei Dank.

In den ersten Wochen danach habe ich die Belastung, der ich meine Knie und Waden aussetze, eher gespürt. Heute ist wieder alles okay. Vor permanentem Stehen ohne Abwechslung habe ich seitdem aber einen gesunden Respekt.

Ich will damit nicht sagen, dass Stehen Deinen Knie schadet oder dass Du den sterbenden Schwan im Büro nachstellen wirst, wenn Du Dir ein Stehpult kaufst.

Im Gegenteil. Ich habe meins danach auch weiterhin benutzt.

Nur will ich Dich darauf hinweisen, dass Du auch ein Stehpult falsch benutzen kannst und dass neue Probleme  auftauchen können, die Du anfangs nicht mit Deiner stehenden Haltung verbindest.

Sei klüger als ich und achte auf die Signale, die Dir Dein Körper sendet!

Bin ich am Stehpult vitaler?

Dass ich Luftsprünge vor lauter Elan mache, nur, weil ich stehe, kann ich nicht behaupten. Das wäre von neuen Möbeln auch zu viel verlangt. Manchmal ist Ablage eben Ablage. Öde Arbeit wird durch’s Stehen nicht zum Thriller.

Allerdings konnte ich schon feststellen, dass sich meine Arbeitstaktung verschoben hat. Anstatt stundenlang am Schreibtisch in einer Tour dienstbeflissen durchzupflügen, schrieb ich jetzt für kürzere Zeitspannen, aber dafür mit höherem Output. Irgendwas schien also an all den Behauptungen der Möbel-Industrie doch dran zu sein.

Von verbesserten Blutdruck- oder Cholesterinwerten kann ich hier nicht berichten, weil ich diese nicht regelmäßig genug kontrolliere, um sinnvolle Aussagen zu tätigen.

Ich kann aber mit einiger Gewissheit behaupten, dass ich am Stehschreibtisch mehr geschrieben und am Ende ruhiger und zufriedener geschlafen habe. Sogar, wenn ich zwischendurch im Sitzen am anderen Schreibtisch gearbeitet habe.

Mehr zum Zweittisch später…

Nachdem ich nun meine Erfahrungen mit dem Stehpult geschildert habe, gehen wir auf praktische Dinge ein.

Vielleicht haben Dich einige Beiträge, dieser eingeschlossen, vom Schreiben im Stehen überzeugt.

Schön und gut, dann musst Du Dich immer noch für das konkrete Stehpult entscheiden. Schauen wir uns einige Lösungen an…

Stehpult selber bauen – Geht das?

Stehpult – Do It Yourself

Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber eine Kaufentscheidung dieser Größenordnung treffe ich nicht per Münzwurf. Zuerst überlegt der Handwerkersohn und Hobbybastler in mir immer, ob er es nicht selber bauen kann.

Die Antwort?  – Klar!

In vielen Fällen wirst Du mit einem Modell Marke Eigenbau mindestens genauso gut arbeiten können. Vielleicht arbeitest Du sogar lieber daran, eben weil Du es selbst gebaut oder ein Fresko Deines Lieblingshelden in der Tischplatte verewigt hast.

Sollten Deine handwerklichen Fähigkeiten sich eher im Bereich „Nicht vorhanden bis unterirdisch“ bewegen – entspann Dich. Niemand erwartet von Dir, dass Du zum Schreiner mutierst. Alles, was es braucht, ist ein Funken Kreativität.

Bevor ich mein Stehpult bekam, habe ich mit Zwischenlösungen gespielt. Mein erster Ansatz bestand konkret aus einer Cajón und einer Schublade, die ich amateurhaft auf der Schreibtischplatte gestapelt habe. Hatte was Jenga, aber es funktionierte.

Oft reicht es, die Möbel, die Du schon besitzt, mit anderen Augen zu betrachten. Schau Dich also in Deiner Wohnung um. Siehst Du Kisten, Leitern, Kartons, Schubladen oder Tischchen, die Du mit wenig Aufwand in einen Aufsatz für Deinen Schreibtisch umwandeln könntest?

Denk dran, wie Du Deine Stehpult-Lösung später belasten willst! Wenn Dein iMac auf der Platte zu stehen kommen soll, löst ein angefressener Umzugskarton aus dem feuchten Keller Dein Problem nur bedingt. Es muss auch keine mit Blattgold beschlagene Beryll-Kiste aus der Südsee sein.

Denk in Formen, nicht Funktionen der Gegenstände. Mach Dir Gedanken darüber, wie Du Deinen Schreibtisch erhöhen kannst; nur mit dem, was schon da ist. Dann braucht es gar nicht mehr (außer vielleicht ein paar Schraubzwingen, Kleber, o. Ä. zur Sicherung).

IKEA-Stehpulte

Vielleicht traust Du Dir selbst weniger als Al Borland dem Heimwerkerkönig, möchtest aber trotzdem selbst Hand anlegen. In dem Fall verspricht unser Herr und Meister Lösungen, der Möbel-Mogul IKEA.

Damals habe ich auch einen Blick auf das breitgefächerte Angebot von Stehpulten geworfen. Besonders interessant finde ich bis heute den PS 2014, weil er eine platzsparende Variante darstellt, die Aufbewahrung und Arbeitsplatz kombiniert.

Nur habe ich mich aus dem simplen Grund gegen IKEA entschieden, dass ich weiter hätte fahren müssen, um mir ein Modell anzusehen. Dadurch schied dieser Weg aus.

Je nach Budget und Wünschen wirst Du hier aber mit Sicherheit fündig.

Damit sind wir schon beim Kauf und der Frage aller Fragen angelangt…

Welche Arten von Stehpulten gibt es überhaupt?

Stehpult Arten

Bevor Du Dich zum Kauf eines Stehpults entscheidest, solltest Du in Betracht ziehen, wie Du es später nutzen möchtest und wie die verfügbaren Modelle Dir dabei entgegenkommen.

Hier kann ich nur zusammenfassen, was meine Recherche ergeben hat. Im Wesentlichen lassen sich die Modelle in folgende Kategorien einteilen:

Schreibtischaufsatz oder eigenständiges Stehpult?

Dieser Punkt hängt damit zusammen, ob Du im Eigenbau selbst Hand anlegen möchtest. Wenn Du schon einen Schreibtisch besitzt, kann ein Schreibtischaufsatz Dich kostengünstig ans Ziel bringen.

So ersparst Du Dir nicht nur den höheren Preis eines vollwertigen Stehpults; Du sparst unter Umständen den Platz, den das Stehpult neben Deinem Schreibtisch und Stuhl einnehmen würde.

Als Landei bin ich in der glücklichen Situation, keine Platzprobleme zu kennen.

Solltest Du nur über begrenzte Quadratmeter oder vielleicht nicht einmal über ein separates Arbeitszimmer verfügen, kann ein solcher Aufsatz Dir helfen, ergonomischer zu arbeiten, ohne allzu viel Platz zu verschwenden.

Fix oder höhenverstellbar?

Gerade bei den Schreibtischaufsätzen gibt es preiswerte Holzmodelle, die Du als Heimwerker sogar als Vorlage nehmen könntest.

Die Luxusfunktion unter den Stehpulten und Schreibtischaufsätzen ist sicher die verstellbare Höhe. Jedenfalls fiele es mir mit meinen begrenzten handwerklichen Fähigkeiten nicht ein, dergleichen mal fix nachzubauen.

Unter den höhenverstellbaren ist nochmals zu unterscheiden zwischen hydraulisch stufenlos verstellbaren und solchen, die mechanisch an mehreren Stufen einrasten.

Wenn die richtige Höhe für Deine Körpergröße dabei ist, spricht sicher nichts gegen ein mechanisch verstellbares Modell. Gerade, wenn Du das Stehpult für mehrere Zwecke einsetzen willst – sprich, sitzend und stehend – ist ein hydraulisches System von Vorteil.

Körpergröße – ein wichtiger Faktor beim Stehpultkauf

Bei der einstellbaren Höhe kommt wieder die Körpergröße ins Spiel. Für die optimale Höhe des Stehpults konnte ich verschiedene Formeln, Tests und Hinweise ausmachen.

Der Blitzrechner, der interessanterweise keine Körpergrößen über zwei Metern erlaubt – Frechheit –, gab mir die empfohlene Höhe von 1,28 m an. Wahrscheinlich müssten es sogar 1,30 m sein, wer weiß?

Als Faustregel kannst Du im Möbelgeschäft ausprobieren, ob Deine Unterarme sich in etwa im rechten Winkel befinden, wenn sie auf der Tischplatte ruhen.

Denk auch daran, welche Schuhe Du üblicherweise trägst. Schuhsohlen und Absätze können viel ausmachen.

Da ich mein Stehpult gebraucht erworben habe und die Höhe nicht das einzige Kaufkriterium war, ist die Höhe für mich nicht optimal. Wenn ich den Tisch nicht weiter unterbaue, befinden sich meine Arme nicht im „perfekt-rechten Winkel“. Der Unterschied lässt sich aber durch Unterbau oder bewusstes Anheben der Arme gut ausgleichen.

Gerne hätte ich damals ein Pult mit optimaler Höhe gefunden. Allerdings hätte ich dafür eine kleinere Tischplatte in Kauf nehmen müssen – jedenfalls bei den Modellen, die ich ausfindig machen konnte. Fünf Zentimeter Unterschied kann ich aber ohne Probleme verkraften.

Gerade, den Größeren oder Kleineren unter uns rate ich dazu, ein höhenverstellbares Modell im Laden auszuprobieren. Wenn Du nachher eine gebeugte Haltung einnehmen musst, wird das Stehen eher zur Strafe als zur Wohltat für den Körper.

Bei den Schreibtischaufsätzen kannst Du von der Höhenverstellbarkeit zusätzlich profitieren. So kann Dein Aufsatz gleichzeitig als Bildschirmerhöhung, Rednerpult und Stehpult dienen.

Plane also frühzeitig, ob auf dem Schreibtisch lediglich Deine Tastatur oder auch der Bildschirm zu stehen kommen soll. Dadurch beeinflusst Du schon, welche Fläche Deine Tischplatte haben muss und ob Dein Schreibtischaufsatz zweierlei Höhen bedienen muss. Hier Bildschirmständer im Sitzen und jetzt Handauflage im Stehen.

Dass mein Stehpult höhenverstellbar ist, galt der Sorge, es könnte für mich langen Hans nicht hoch genug sein. Wenn Du Dein Pult für mehrere Zwecke einsetzen möchtest, kann ein verstellbares Modell keinesfalls schaden.

Flache oder neigbare Tischplatte?

Mechanismus unter meinem Kettler-Stehpult

Mechanismus unter meinem Kettler-Stehpult

Auch die im Winkel drehbaren Tischplatten sind meist eine Funktion der gehobenen Klasse. Einfache Holzaufsätze lassen sich logischerweise nicht drehen. Hier handelt es sich um mechanische Konstruktionen. Der Winkel ist in den wenigsten Fällen hydraulisch einstellbar.

Mein Stehpult lässt sich zwar im Winkel verstellen, allerdings habe ich die Funktion nur einmal probehalber genutzt, als ich einen Vortrag vorbereitet habe.

Wenn Du auf der Suche nach einer Kombination aus Stehschreibtisch und Rednerpult bist, ist diese Funktion für Dich sicher wichtiger. Gerade als Redner möchtest Du mitten im Vortrag nicht starr auf eine horizontale Tischplatte blicken, um Deine Notizen lesen zu können.

In dem Fall wird’s Dir Dein Nacken danken, wenn Du in ein im Winkel verstellbares Modell investierst.

Gleichzeitig suchst Du ein Modell, das mit einer Abschlussleiste am unteren Ende der Tischplatte versehen ist. Im Fall meines Stehpults lässt diese sich nach Bedarf hochschieben. An manchen Stehpulten ist am vorderen Rand eine geleimte oder fest verschraubte Abschlussleiste angebracht.

Wenn Du ein Mehrzweckmodell suchst, kann diese Leiste schon stören, wenn Du den Tisch später in die Horizontale bewegst. Kauf kein Modell mit fixer Abschlussleiste, wenn Du es auf zweierlei Arten nutzen möchtest.

Auch eine Utensilienrinne kann praktisch sein. Ich persönlich lege in meiner gerne Stifte und kleine Post-Its ab. Viel mehr passt nicht hinein. Wenn aber mal ein Klicker für die Präsentation oder ein Laserpointer verschwinden muss, kann so eine Rinne praktisch sein. Ein Muss ist sie für meine Begriffe nicht.

Zwischenfazit: Worauf ist bei Stehpulten zu achten? 

Fassen wir kurz zusammen: Du solltest auf keinen Fall online drauf los shoppen, ohne an einem oder zwei Workdesksgestanden zu haben. 

Viele Faktoren spielen bei der Auswahl eine Rolle, je nachdem, wie Du ihn nutzen willst: 

  • Die optimale Höhe & Höhenverstellbarkeit des Stehpults
  • Die Fläche der Tischplatte (je nach Einsatz)
  • Zusätzliche Ablagen oder Aufsätze für Bildschirme
  • Fußraster (eher bei Rednerpulten)
  • Einstellbarer Neigungswinkel der Tischplatte (ebenfalls eher bei Rednerpulten)
  • Randleiste zum Schutz vor herunterrutschenden Dokumenten (eher für Rednerpult)
  • Zusatzfach für Tastatur & Maus
  • Und vieles mehr! 

Denk vorher genau darüber nach, wie und wo Du das Stehpult einsetzen willst und welche Vorteile Du Dir davon erhoffst. Am besten visualisierst Du es, um kein Detail zu übersehen.

Du hast nichts verdient, wenn ein schmuckes Design-Möbelstück in Zukunft in der Ecke verstaubt, weil es nicht höhenverstellbar ist oder Dich eine Leiste stört. 

Für mich als Zwei-Meter-Lulatsch ist die Höhe ein wichtiger Faktor. Auch stelle ich gerne den Fuß auf dem Fußbügel ab. 

Zusätzliche Ablagen wären dagegen für mich kein Totschlag-Argument beim Kauf. Erstell Dir am besten eine Liste der Funktionen und Eigenschaften, die für Dich keinesfalls fehlen dürfen. 

Denk auch daran, dass es mit dem Stehpult selbst noch nicht getan ist. Unter Umständen benötigst Du Verlängerungskabel, externe Bildschirme samt VGA- oder HDMI-Kabel (solltest Du Laptop-Nutzer sein), externe Maus und Tastatur und Handballenauflagen, um die Vorteile des Stehpults voll ausnutzen zu können. 

An dieser Stelle ein kleiner Tipp aus eigener Erfahrung

Wenn Du im Laden merkst, dass Du die Hände beim Ablegen auf der Tischplatte nach oben (mit dem Handrücken hin zum Unterarm) abknickst, wird das langfristig zu Problemen führen. 

Bevor Du es so weit kommen lässt, spar nicht an der Höhe oder Verstellbarkeit und investiere in eine gute Auflage, um Deinen Handgelenken etwas Gutes zu tun. Ein schlichtes Gelkissen kann hier Wunder wirken.

Stuhl am Stehpult? Geht das nicht gegen das Prinzip „Stehen“?

In unserer Küche stehen solange ich denken kann Hocker und ein tiefdunkler Trümmer von Theke, an dem wir früher gefrühstückt haben. Ehrlich gesagt hatte ich schon damals das Gefühl, dass die Hocker einem schnellen Frühstück dienen sollten, damit niemand es sich vor der Arbeit zu bequem machte. Sonntags deckten wir dann den „guten Esszimmertisch“ ein.

Wenn ich mir heute Stehhilfen, Hocker und Stühle für Stehpulte ansehe, muss ich unweigerlich schmunzeln und an die morgendliche Pein meiner Jugend denken.

Ähnlich geht es mir mit einem sogenannten ergonomischen Hocker, den mein Vater mal voller Begeisterung angeschleppt hat und dem wir am Ende nichts als eingeschlafene Knie verdankten. Immerhin, unser Steißbein war jetzt entlastet!

„Besten Dank“, sprachen die Knie und machten knick-knack.

Wie gesagt, ich bin kein Physiotherapeut oder Mediziner. Aber auf den wenigsten „Stehstühlen“ und ergonomischen Mischformen, die ich ausprobiert habe, konnte ich eine annähernd normale Körperhaltung annehmen. Deshalb bevorzuge ich zum Sitzen normale Stühle und entscheide mich nur zwischen Stehen und Sitzen.

Gerade auf diesen Stehhilfen habe ich das Gefühl, eher zu Rundrücken und anderen Fehlhaltungen zu neigen. Damit will ich nicht sagen, dass diese Stühle das fördern. Vielleicht macht es auch die Kombination aus Körpergröße und Möbelart.

Für mich jedenfalls wäre ein Hocker oder eine Stehhilfe so sinnvoll wie Regenschirmständer in der Sahara.

Lieber weiche ich dann zwischendurch auf einen ergonomischen Bürostuhl aus, den ich bei der Renovierung eines Bürogebäudes ergattert habe und der mir immer noch gute Dienste leistet.

Mein Schreibtischstuhl

Richtig stehen am Arbeitsplatz

Wie bereits erwähnt, ist die Höhe des Stehpults ein entscheidender Faktor, der zu dessen Nutzen beiträgt. Wenn Du aber nur steif am Pult pappst und Dich nicht rührst, schadest Du Dir genauso wie mit einem Sofa-Marathon.

Am Stehpult willst Du darauf achten, nicht nur zu stehen, sondern das Stehen als Ausgangslage für mehr Bewegung zu nutzen.

Das Statische ist es, das uns schadet, nicht das Sitzen per se.

Wenn Du also permanent auf der Stelle stehst, dankt es Dir Dein Körper genauso wenig. Zugegeben, das Stehpult macht es Dir einfach. Dennoch ein paar Hinweise, falls Du so von Deiner Arbeit gefesselt bist, dass Du alles um Dich herum vergisst.

Achte darauf, hin und wieder ein paar Schritte vom Stehpult weg zu machen. Die Empfehlung habe ich häufiger gelesen, man vergisst es aber gerne, wenn man sich nicht selbst ermahnt.

Idealerweise kombinierst Du das mit einem Blick weg vom Bildschirm aus dem Fenster, um Deinen Augen eine Pause zu gönnen. Erlaube Dir ruhig, herumzualbern und vor dem Stehpult so theatralisch wie talentfrei zu tanzen.

Warum nicht etwas Pfeffer in den Arbeitsalltag bringen?

Gerade am Anfang, wenn Du Dich an die neue Belastung noch gewöhnst, hilft es, Deine Füße abwechselnd zu entlasten. Das erreichst Du beispielsweise durch Aufsetzen eines Fußes auf einer Ablage oder das Anwinkeln eines Knies.

Ich persönlich bewege auch ab und an die Hüfte von links nach rechts oder lasse sie abwechselnd mit den Schultern kreisen. Und streck um Himmels Willen Deine Knie nicht durch, sonst geht es Dir wie mir und Du liegst da als hätte Dir jemand die Waden mit nassem Sand ausgelegt.

Geh stattdessen zwischendurch auf die Zehenspitzen.

Ich will hoffen, dass Du unter gescheitem Schuhwerk keine Pumps verstanden hast. Aber übertreib’s auch hier nicht. Spiel nicht Klein-Rose von der Titanic. Abwechslung geht vor Extrembelastung.

Auch im Stehen ist es möglich, die Schultern hängen zu lassen und einen (leichteren) Rundrücken zu bilden. Erinnere Dich zwischendurch immer wieder: Brust raus, Schultern entspannt zurück, Hohlkreuz vermeiden.

Die Wahl der Schuhe und des Untergrunds

Oft empfohlen, noch öfter vernachlässigt. So auch von mir.

Teils stand ich stundenlang in Socken auf dem kahlen Laminat meines Arbeitszimmers. Glaub mir, die Knie und der Rücken werden sich schneller melden, wenn Du sie derart unter Druck setzt.

Heute stehe ich meist in bequemen Schuhen (manchmal Hausschuhen) auf einem Teppich – der Luxus des Freiberuflers im Home-Office.

Plane die Anschaffung von Bodenschutzmatten, Teppich oder Einlagen für Deine Schuhe ein.

Kurz und gut: Je mehr Du Dich zwischendurch bewegst und unterschiedlich belastest, desto besser. Denke mehr ans Gehen als ans Stehen.

Mein Stehpult: Das Kettler 06093-272 Stehpult im Test


Um Dir noch ein Stück bei der Kaufentscheidung zur Hand zu gehen, möchte ich Dir erklären, weshalb ich mich gerade für mein heutiges Stehpult entschieden habe.

Zum einen war die Auswahl für mich damals eingeschränkt. Ich wollte als Student nicht zu viel Geld in die Hand nehmen. Dass jemand dieses Modell für einen guten Preis abgegeben hat, war mein Glück.

Die Firma Kettler bietet heute verschiedene Stehpultarten an. Ein Modell, das meinem exakt gleicht, habe ich nicht ausfindig gemacht. Vielleicht hat sich dort auch schon wieder etwas geändert. Am ähnlichsten bleibt aber das Kettler 06093-272, das in der Regel um die 300 Euro kostet. Um den aktuellen Preis zu sehen oder (wie jetzt) Angebote wahrzunehmen, sieh’s Dir am besten hier auf Amazon* an.

Der Weg zu meiner Kaufentscheidung

Drei Dinge waren für mich neben dem Preis damals entscheidend, um zuzuschlagen:

  • Stufenlos verstellbare Höhe ohne Einbußen bei der Stabilität
  • Fußbügel
  • Große Tischplatte

Diese Punkte passen zu mir und meinem Einsatzszenario, sie müssen für Deinen Kauf nicht unbedingt relevant sein. Lass sie mich kurz erklären, damit Du siehst, ob sie für Dich auch greifen oder nicht.

Oben bin ich auf das „Problem Körpergröße“ mehrmals eingegangen. Mir war nicht wichtig, dass die Höhe exakt auf 1,30 m einstellbar ist.

Vielmehr suchte ich eine Kombination aus stabilem Design und ausreichender Höhe.

Einige Modelle, die ich mir angesehen habe, waren höher. Oft genug erwiesen sich aber die höheren als wackelige Weggefährten. Fast wie Kellner-Azubis am ersten Tag auf einem Kreuzfahrtschiff… bei Windstärke sieben. Keine Ablage, der ich mein Macbook oder nur einen losen Stapel Papier anvertrauen wollte.

Zugegeben, das Kettler-Stehpult wackelt auch ein wenig, aber es fühlt sich nicht instabil an. Im Moment liegen mein Macbook samt externer Tastatur und Trackpad, ein Kindle und Papierstapel darauf.

Da ich häufig mit Büchern und Papierstapeln arbeite, kann ich auf die Fläche nicht verzichten.

Wenn Du auf der Suche nach einer Ablage für eine externe Tastatur bist und sonst nichts, reicht auch ein kleineres Pult. Mit seinen 85 x 59 cm ist das Kettler-Pult schon am oberen Ende angesiedelt, wenn ich nicht irre.

Bei der Höhe nehme ich also für Arbeitsfläche und Stabilität kleine Einbußen gerne in Kauf.

Nächster Punkt, Standsäule.

Standsäule am Stehpult

Oben bin ich auf die Notwendigkeit eingegangen, Dich vor dem Stehpult zu bewegen und das Gewicht regelmäßig zu verlagern. Dazu gehört in meinem Fall, dass ich gerne einen Fuß absetze.

Viele Fußraster und Standsäulen, die ich gesehen habe, sind vergleichsweise dünn oder spitz.

Auch wenn es nicht regelmäßig vorkommt, möchte ich zumindest die Möglichkeit besitzen, zwischendurch die Füße auch in Socken abzustützen, ohne dass sich scharfes Metall in meine Sohlen schneidet. Manche Modelle wirken da, als seien sie während der spanischen Inquisition entwickelt worden.

Der verchromte Fußbügel an meinem Stehpult ist nicht gerade wuchtig, aber durch seine runde Form bequem.

Ich rate Dir deshalb, über die Höhe des Bügels, seine Form und Stabilität nachzudenken. Du wirst ihn sicher öfter brauchen als Du denkst.

Wenn er viereckig ist oder Du den Fuß unnatürlich hoch aufsetzen musst, wirst Du den Fußbügel am Ende nicht benutzen. Dann hättest Du auch ein Stehpult ohne Bügel wählen können. Liegt Dir daran, dann wähle auch einen aus, der passt.

Die große Tischplatte habe ich schon erklärt.

Ich nutze mein Stehpult auch bei der Ablage oder beim Lesen umfangreicher Manuskripte. Wenn am Ende nicht mehr auf den Tisch passt als meine Unterlagen, kann ich nichts damit anfangen.

Die ovale Form sagt mir zudem schon aus rein ästhetischen Gründen zu. Jawohl, schuldig! Ich gehöre zu den Design-Fetischisten, die drei Stunden lang durch den Baumarkt laufen, weil sie kein ovales Waschbecken mit passendem Wasserhahn finden. Und wenn ich ein ungutes Gefühl habe, sobald meine Handballen die Buchenholzplatte berühren, bin ich raus. Nennt mich einen Snob, aber so viel Luxus musste sein.

Glücklicherweise hab ich dafür nicht einmal Luxus-Geld bezahlen müssen. Es geht also.

Als Abschluss kann ich sagen, dass das Pult durch den Stahlfuß robust aufsetzt. Die Sichtblende setze ich nicht ein, weil das Pult dem Regal zugewandt ist. Aber wer weiß? Vielleicht erweist sie sich in Zukunft noch als nützlich. Damit bin ich auch bei meinem letzten Tipp, dem Regal…

Mein Tipp: Stehpult und Regal

Stehpult & Regal

Der Kardinalfehler besteht natürlich darin, sich ein Stehpult anzuschaffen, den Laptop auf die Tischplatte zu setzen und den Nacken so weit abzuknicken, dass man den kleinen Bildschirm in alter Position ablesen kann.

Nun wollte ich aber nicht gleich in weitere Möbel investieren, nur damit mein just erworbenes Stehpult zum Einsatz kommen konnte.

Ein Regal musste her.

Als bibliophiler Sammler besitze ich zwar reichlich Staufläche, nur kein Regal, das nicht schon von Büchern besetzt wäre. Ein paar mussten wohl oder übel in die Umzugskiste weichen.

Das Ergebnis ist nicht zwingend hübsch, aber funktional. Der Bildschirm steht im obersten Regal neben ein paar Nachlagewerken, auf die ich häufig zurückgreife. Das nächste Regal kann ich über das Stehpult hinweg immer noch erreichen und wenn’s an die unteren Ablagen geht, muss ich eben kurz hin- und herrücken.

Und die Moral von der Geschicht?

Wenn Dein Stehpult nicht nur der Ablage, sondern der Arbeit am Computer dienen soll, bedenke auch die optimale Höhe des Bildschirms. Denk über Lösungen nach, wie Du den Bildschirm – zur Not ohne Stehpult – erhöhst.

Weitere Maßnahme: Diktiergerät

Mittlerweile habe ich sicher gebetsmühlenartig darauf hingewiesen, dass ein Stehpult kein magischer Gegenstand ist, der Deine Rückenschmerzen mit allen Problemen packt und zur Türe begleitet. Deshalb sollten wir es auch nicht so behandeln.

Die Frage ist also: Warum suchst Du nach einem Stehpult?

Wahrscheinlich, weil Du Deinen Arbeitsalltag aktiver gestalten möchtest. Bravo! Aber diese Idee endet nicht beim Erwerb Deiner Büromöbel.

Wenn Du einmal Deinen Alltag unter die Lupe nimmst, wird es Dir leichtfallen, weitere Gelegenheiten zu finden, um mehr Aktivität in Deinen Alltag einzubinden. Ich für meinen Teil weiß, dass ich das Potential bei weitem nicht ausgeschöpft habe.

Eine offensichtliche Veränderung, die wie ein Stehpult mehr Aktivität und Bewegung in Deinen bleiernen Büroalltag bringen kann, ist ein Diktiergerät. Wieso?

Geh in Gedanken die Tätigkeiten durch, die das Stehpult beleben sollte. Wahrscheinlich handelt es sich in den meisten Fällen um das Lesen oder Bearbeiten von Dokumenten, ob nun in Form von Tabellen, E-Mails oder Textdateien.

Keine Angst, ich schlage nicht vor, dass Du Dein Kassenbuch ab jetzt beim Waldspaziergang diktieren sollst. Wie beim Sitzen und Stehen wollen wir’s nicht ins Extrem treiben.

Wenn Du aber über all die Texte nachdenkst, die Du theoretisch ebenso gut hättest sprechen können, fallen Dir sicher ein oder zwei Beispiele ein.

Egal, ob Du beim Diktieren auf dem Laufband oder eine Runde durch den Park gehst; das Diktafon gibt Dir die Gelegenheit, einen Teil Deiner Arbeit mit Bewegung, frischer Luft und ein paar Sonnenstrahlen zu kombinieren.

Wie sehen die Abläufe beim Diktieren im Detail aus?

Viele schrecken vor dem Diktieren entweder zurück, weil sie es mit antiquierten Sekretariatskulissen verbinden oder nicht wissen, wie sie die Tonaufnahme anschließend in Text umwandeln sollen.

Beim Kopfkino kann ich Dir nicht weiterhelfen. Aber bei der Umwandlung gehe ich Dir gerne zur Hand.

Zunächst muss das Diktieren nicht zum Kostenfaktor werden. Die Diktier-App Deines Smartphones genügt für den Anfang.

Ich bevorzuge allerdings ein Gerät, das eine, und nur eine, Funktion hat, keine Ablenkungen in sich birgt und das ich schnell mit einem Knopf bedienen kann, ohne eine App öffnen zu müssen.

Auch spricht in den meisten Fällen die längere Akku-Laufzeit für einen Rekorder.

Anfangs wollen wir uns aber nur an das Diktieren als solches gewöhnen.

Wenn Du das Schreiben im Texteditor gewohnt bist, wird es sich zu Beginn seltsam anfühlen, Deine Gedanken auszusprechen und nicht zurückgehen zu können. Womöglich hast Du Dich sogar in den Park gewagt, wo Jogger argwöhnisch starrend an Dir vorbeihecheln!

Die erfolgreichen Autoren der Geschichte zeigen uns aber, dass es darauf ankommt, den ersten, schlechten Entwurf nur schnell zu Papier zu bringen, um ihn anschließend überarbeiten zu können.

Und diesen ersten Entwurf tippst Du eben nicht, sondern diktierst ihn, vielleicht auch nur teilweise.

Deshalb ist es auch in Ordnung, wenn Dein Dokument Fehler enthält. Die beseitigst Du im Anschluss.

Tonaufnahme zu Textdokument – Wie geht das?

Nun geht’s daran, Deine Tonaufnahme in ein Textdokument umzuwandeln.

Die kostengünstige und zuverlässige Methode ist bis heute das Abtippen. Ich weiß, Du hättest jetzt gerne den weißen Hasen gesehen, den ich aus dem Hut zaubere. Gibt’s leider nicht. Naja, einen teuren Hasen, auf den ich gleich zu sprechen komme.

Oft höre ich an der Stelle, „Dann kann ich’s auch gleich tippen!“. Eben nicht.

Wenn ich den ersten Entwurf diktiere, überarbeite ich im Kopf nicht, sondern versuche nur, die Worte schnell abzuladen. Denk dran, wir überarbeiten später! Selbst, wenn ich also die Tonaufnahme später höre und beim Transkribieren überarbeite, spare ich noch Zeit und erhöhe gleichzeitig meinen Output.

Idealerweise trenne ich das Überarbeiten nochmals vom Transkribieren und arbeite in diesem ersten Schritt höchstens die Zeichensetzung ein.

Das gilt für mich, meinen Arbeitsrhythmus und meine Textgattungen. Wenn Du Dich schon immer gefragt hast, wie Du mehr Text schreiben kannst, probier es aus. Es kostet nichts als den Versuch und Tipps zum Diktieren findest Du im Netz reichlich.

Technische Hilfsmittel für die Umwandlung von Tonaufnahmen

Nun aber zu den anderen Möglichkeiten.

Natürlich gibt es Diktier-Apps und Sprach-Assistenten. Bei macOS und Windows sind diese mittlerweile fest ins Betriebssystem integriert. Wenn Du also unabhängig vom eben beschriebenen Szenario eine Lösung dafür suchst und nicht zu viel Geld in die Hand nehmen willst, gib Microsoft Dictate, Siri oder der Diktierfunktion von Google Docs eine Chance.

Ich habe mit Google im Deutschen die besten Erfahrungen gemacht, auch wenn sich die Software mit dem Unterschied zwischen dem Wort „Komma“ und dem Zeichen schwertut. Um sich weiter ans Diktieren heranzutasten, sind alle drei sinnvolle Lösungen.

Mein Problem bleibt dann aber bestehen. Denn diese Programme verlangen, dass ich vor dem Rechner sitze oder stehe. Sicher, ich könnte mir ein Bluetooth-Headset schnappen.

Allerdings ist die Übertragung in den seltensten Fällen optimal für das Diktieren und so leiden am Ende meine Transkriptionen. Um also meine unterwegs aufgenommenen Dateien anschließend in Text umzuwandeln, steht mir keine kostengünstige Auswahl zur Verfügung. Das Diktiergerät nach dem Spaziergang vor den Laptop zu legen, ist jedenfalls keine Lösung.

Bleibt nur Dragon Naturally Speaking. Derzeit kann ich über die aktuelle Version nicht berichten. Aufgrund des Preises von schlappen 399 € spare ich noch darauf, zumal ich das Programm mit Parallels kombinieren möchte, weil die Windows-Version zuverlässigere Ergebnisse liefern soll als die für den Mac. Um also in Zukunft meine Texte reibungsloser zu transkribieren, plane ich folgendes Setup, für das derzeit laut meiner Kenntnis nur Dragon garantiert…

Mein Wunsch-Setup für diktierte Texte

  1. Aufnahme meines Erstentwurfs mit dem Diktiergerät
  2. Transkription der Datei via Dragon Professional Individual
  3. Edieren und Korrigieren im Editor (TextEdit, Scrivener)

Momentan verspricht nur Dragon das Transkribieren von bereits aufgenommenen Dateien, zudem in englischer und deutscher Sprache. Ein Grund für mich, zu dieser Version zu greifen, sind also auch die unabhängigen Sprachprofile in Dragon für beide Sprachen.

Für den Moment habe ich in ein Blue Yeti investiert, das ich nur wärmstens empfehlen kann. Gerade bei Transkriptionen gilt: Garbage in, garbage out. Wenn Dein Mikro also nichts leistet, wird auch die Transkription zum Trauerspiel.

Den Unterschied bemerke ich schon jetzt in Google Docs. Und bis es soweit ist, dass ich Dragon als Haussklaven beschäftige, hoffe ich, der Tipp verhilft Dir schon zu schnelleren Arbeitsabläufen und mehr Aktivität in Deinem Autorenleben!

Weitere Tipps

Natürlich kannst Du auch Dein Regal ans andere Ende der Wohnung stellen, um für die Recherche ein paar Schritte gehen zu müssen. Du kannst die Eieruhr (oder moderner den Timer) stellen, um Dich an Pausen und Bewegung zu erinnern.

Die Möglichkeiten, Bewegung in Deinen Arbeitsalltag zu bringen, sind endlos.

Mir ging es heute nur darum, Dir zu zeigen, dass das Stehpult alleine noch nicht die Lösung aller Probleme ist und worauf Du achten solltest. Deshalb zum Abschluss der Hinweis…

Warum ein Stehpult nicht (nur) Vorteile hat

Stehpult Vorteile

Auch wenn ich ein totaler Fan vom Arbeiten im Stehen bin, brauche ich meine Abwechslung. Nur zu stehen ist für den Rücken genauso schlecht wie dauerhaftes Sitzen. 

Deshalb steht bei mir der Schreibtisch, an dem ich sitze, in einem Zimmer und über eine Treppe gelange ich ins nächste Zimmer, wo das Stehpult auf mich wartet. Luxus, ich weiß. 

Aber teils auch bedingt durch die etwas unglückliche Zimmereinteilung. Zudem ist es ein schöner Nebeneffekt, auf dem Weg zum anderen Arbeitsplatz kurz das Zimmer zu wechseln, sich die Beine zu vertreten und aus dem „Hamsterrad“ herauszutreten. 

Ich würde empfehlen, zwei Tische einzuplanen oder aber einen verstellbaren. Je nach Modell und Vorlieben können die Preise hier stark variieren. Lass Dich am besten im Möbelgeschäft beraten.

Mit ein bisschen Glück findest Du sogar ein Geschäft in Deiner Nähe, das sich auf ergonomische Büromöbel spezialisiert.

Und wenn Du keinen Platz hast, kann es schon viel ändern, ein Regal mit Nachschlagewerken ans andere Ende der Wohnung zu stellen.

Du kommst Dir zwar albern vor, aber glaub mir: Dein Kopf und Rücken sagen später danke.

Das waren meine Ideen und Tipps zu Stehpulten, ihren Vorteilen und dem Arbeiten im Stehen. 

Wenn Du magst, folgen bald noch mehr. 

Wie gestaltest Du Deinen Arbeitsplatz? Schick mir ein Bild via E-Mail oder auf Twitter! Ich bin immer interessiert an Inspiration, die mir dabei hilft, auch mein Arbeitszimmer effizienter zu gestalten.

Wenn Dir der Beitrag geholfen hat, teile ihn mit Freunden und Kollegen, die auch noch unschlüssig sind und darüber nachdenken, ein Stehpult anzuschaffen. Oder auch mit Deinem Chef, wenn Du ihn überzeugen möchtest…

Falls Du Dich selbst mit stolzgeschwellter Brust Autor nennst, würde ich mich auch freuen, Dich auf meinem Newsletter rund um das Autorenleben, Lektorate und Textverarbeitung begrüßen zu dürfen!

Bis zum nächsten Mal, mach’s gut! Wir lesen uns…

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