Heute gibt’s was auf die Ohren für die Indie-Autoren und Fantasy-Fans unter Euch! Vor kurzem durfte ich ein langes Interview mit Patrick Pissang führen, dem Autor von Titanenblut und bald auch Kerberos.

Da wir über eine Stunde gesprochen haben, hat Patrick mich auf reichlich Material sitzen lassen. Deshalb teilen wir das Ganze auf. Heute gibt’s die erste Hälfte mit Video-Mitschnitt hier auf dem Blog; die zweite folgt in wenigen Tagen. In der nächsten Woche gibt es dann noch einen kleinen Einblick in unser Story Coaching von damals.

Und damit überlasse ich Patrick und meinem früheren Ich die Bühne…

Und hier ist das Interview…

Florian: Hallo liebe Schreibende! Ich freue mich, das Ihr heute einschaltet.

Ich darf heute das erste Interview auf dem Kanal führen. Ich bin sehr froh und stolz, das Patrick Pissang zugesagt hat und dass ich quasi gleich mit einem Feuerwerk öffnen kann! Ich habe lange noch geplant, ob ich andere Videoinhalte oder sonst etwas schalten soll.

Mit Patrick arbeite ich jetzt schon eine ganze Zeit lang zusammen. Ich glaube, im Dezember letzten Jahres haben wir uns über einen längeren Zeitraum auf Twitter kennengelernt (Hier geht’s zu Patricks Account), dann einander abonniert, Newsletter verfolgt etc. pp. (Hier kommt Ihr zu Patricks Novletter). Anfang des Jahres haben wir auch schon zusammengearbeitet. Und jetzt freue ich mich, dass Patrick zugesagt hat zu diesem kleinen Interview, damit wir uns mal ein wenig über seine Routinen, seine Bücher, sein Autorenleben und seinen Arbeitsalltag austauschen können.

Hallo Patrick!

Patrick: Hallo Florian!

Vorstellung

Florian: Danke, dass Du zugesagt hast. Ganz kurz zu Dir – ein paar Eckdaten, damit diejenigen, die Dich nicht sowieso schon stalken und verfolgen, wissen, mit wem sie’s zu tun haben. Du hast an der TU München Informatik studiert und bist dann in allerlei Software-Firmen gelandet. Ich hab mir so das eine oder andere aufgeschrieben. Also Salesforce ist natürlich selbst mir ein Begriff.

Patrick: Mhm…

Florian: “Mhm!” – Da klingt er beeindruckt! Sonst warst Du noch – ich hoffe, ich spreche es richtig aus – bei Excitech, soll ein Wortspiel auf “exciting” sein, die Firma möge es mir nachsehen – bei IBM, bei Mulesoft… also große Namen der IT-Branche… was man kennt, ist eigentlich dabei. Da warst Du eine nach der anderen Firma bis 2018, ist das richtig?

Patrick: Genau, bis 2018.

Florian: Bis 2018, parallel mit dem Studium angefangen, und dann jetzt eigenständig und als Coach unterwegs zum Thema Pre-Sales… – Du feuerst wirklich aus allen Rohren, ich fühle mich immer wieder schlecht! – Du bietest Kurse an zum Thema Pre-Sales, E-Books, Newsletter… Und da gehen wir gleich auch noch drauf ein… unter anderem auch Bücher, in denen Du auch Pre-Sales mit den fiktiven Elementen verbindest.

Wie gesagt, kommen wir gleich drauf zurück, weil ich das irre spannend finde! Und so ganz nebenbei, als wäre das nicht alles genug, um Schande auf uns Verbleibende zu bringen, hat er dann das erste Buch schon raus: Titanenblut, inklusive Hörbuch. Ich glaube, das Hörbuch ist gerade erst frisch raus, richtig?

Patrick: Genau.

Florian: Also wer Kindle Unlimited nutzt oder einen Audible-Account hat, sollte mal reinschauen, ist vor kurzem rausgekommen. Kerberos ist noch in Arbeit. Dazu kommen wir dann später. Da durfte ich den lieben Patrick ein bisschen beuteln und ärgern.

Und das nächste Projekt – Herakles versus Batman – ist auch eine Kombination aus Pre-Sales und fiktiven Elementen, also die beiden unterhalten sich dann mehr oder weniger über… Ja, was ist es? Das Trading oder Pre-Sales allgemein?

Patrick: Den Vertrieb, also den Job…

Florian: Okay. Und wie gesagt… Coaching, Seminare zum Thema Pre-Sales, alles, was ihr euch denken könnt. Wir verlinken auch alles in der Beschreibung, sowohl Patricks Accounts als auch Webseite, damit ihr da vorbeischauen könnt.

Ein Thema, auf das ich nachher auch noch zurückkommen möchte, ist der Newsletter bzw. – Du hast mich da schon korrigiert – der Novletter. Das Wort sollten wir einführen, finde ich genial!

Also eine ganze Menge, über die man sprechen könnte.

Ich möchte mich heute erst einmal, wie gesagt, auf Dein Roman-Universum konzentrieren, darunter auch einzelne Themen herauspicken, die wir gemeinsam auch schon im Story Coaching angegangen sind, ein bisschen auf Deine Schreibroutinen eingehen, auf aktuelle Projekte, was so ansteht, und dann schauen wir mal, wie sich das Ganze noch entwickelt bzw. ob ich so organisiert bin, dass wir beim Thema bleiben können.

Deine Reihe, die Du gerade angehst – Reihentitel Iaculatorium, das Stoßgebet. Wie gesagt, Titanblut ist raus, Kerberos kommt. Weißt Du schon, wann?

Patrick: Auf jeden Fall dieses Jahr, vielleicht Mitte diesen Jahres.

Florian: Okay, steht also noch an. Wie es da der aktuelle Stand bzw. …

Was habe ich mir generell unter der Iaculatorium-Reihe vorzustellen? Woher kommt die Idee?

Patrick: Iaculatorium ist im Prinzip eine Parallelwelt. Es hat angefangen mit dem Gedanken, dass… Da ist ein Mensch relativ unglücklich, der arbeitet sich in seinem Brotjob sozusagen tot. Er bekommt keine Anerkennung und findet einen Ausweg in seiner Fantasie. Und das ist dargestellt über fantastische Elemente; im Grunde also ein sehr standardmäßiger Roman im Jetzt und die unglaubwürdigen Elemente schiebt man in die Fantasiewelt – das heißt Kämpfe gegen Titanen oder Zauberei – damit löst er auch seine tagtäglichen Herausforderungen. Das ist Titanenblut.

Und da kam die Idee her: Das Mythische in der Fantasywelt abzuhandeln und die Realität so zu gestalten, dass der Leser auch mitfühlen kann.

Das kenne ich aus meinem Job oder aus meinem Leben, also in der Richtung war der initiale Gedanke.

Florian: Das heißt, wenn du sagst, Du kennst das aus Deinem Leben…

Inwiefern hängt das dann mit Pre-Sales zusammen oder mit Dingen, die Du im Studium, in der Ausbildung, in anderen Firmen mitgenommen hast?

Patrick: Schon sehr stark. Ich glaube, das ist bei jedem Autor so.

Florian: Ja, natürlich. Aber was ich bei Dir gerade spannend finde ist, dass Du… – Wie soll ich’s sagen? Kerberos habe ich jetzt schon gelesen. Das ist jetzt kein Text, bei dem ich sagen würde, “Da muss ich erst mal wieder das Germanistenköfferchen auspacken und muss tief graben und Freud’sche Methoden anwenden, um mir zu überlegen, was der Autor in dem Moment gefühlt hat und welche Teile von seinem Alltag er hat einfließen lassen, weil…“

Im Prinzip machst Du’s ja schon sehr deutlich, wie auch Berufliches mit einfließt – also wirklich inhaltlich einfließt. Das ist jetzt nicht ein indirekter Hinweis, dass man sagt, „Okay, der hat zufällig den gleichen Beruf, wie ich den bei meinem Vater oder Onkel kennengelernt habe…“ Oder, „Ich fang mal eine Stimmung ein, wie ich sie auf dem Marktplatz erlebt habe und übertrage das in die Fantasiewelt“, sondern Du liebst ja wirklich diesen Konflikt zwischen Fantasywelt und realer Welt.

Also wie verhält sich diese “Gleichung” – so nenne ich’s mal, oder dieses Rezept, wenn wir so wollen… (Du trägst es ja in Iaculatorium in der Reihe fort). Wie verhält sich das zu dem, was Du vorher oder derzeit bei Pre-Sales gemacht hast und machst?

Patrick: Vielleicht sollte man erklären, was Pre-Sales ist.

Florian: Das wäre gut, ja!

Patrick: Also das habe ich gemacht bei Mulesoft. Das ist technischer Vertrieb, das heißt, man ist in einer Vertriebsorganisation, hat auch Vertriebsziele, ist aber sozusagen das technische Gewissen und der Pre-Sales in der Position ist sehr wichtig, um auch Kunden zu gewinnen. Da ist die Lösung integriert, der Pre-Sales spricht mit den Stakeholdern auf jedem Level – das heißt vom Entwickler vielleicht bis hin zum CIO. Und da lernt man viel. Man lernt eine Menge, man sieht eine Menge. Man fängt an zu verstehen, wie Firmen ticken, wie Unternehmen ticken, was Vertrieb bedeutet. Man erkennt Strukturen.

Und in Titanenblut hat sich das sehr stark widergespiegelt. Es war einfach die Phase meines Lebens… Ich hab nämlich gerade gekündigt zu dem Zeitpunkt, als ich angefangen habe, das zu schreiben. Und man möge es mir nachsehen, es ist es jetzt sehr IT-lastig. Also wenn man das anfängt zu lesen, wird man in eine IT-Welt gezogen. Das mache ich aber bei Kerberos wieder gut!

Da geht’s wirklich um einen ganz normalen Jungen in einem Dorf, dem gewisse Sachen widerfahren und seine Fantasiewelt korreliert damit. Das schwenkt sich dann so ein bisschen hoch. Also in der Fantasiewelt passieren Sachen, die sich in der Realität widerspiegeln und andersrum.

Florian: Ja, klar. Also Scheibenwelt-Prinzip quasi.

Hatte das Fachliche, also das IT-lastige, bei Titanenblut für Dich erzählerisch gewisse Vorteile? Konntest Du damit Dinge darstellen, die Du sonst nicht hättest unterbringen können?

Oder war es einfach, um’s realistischer wirken zu lassen oder was war der Impetus, das überhaupt einzubringen?

Patrick: Ich glaub, im Erstlingswerk macht man das, was man kann.

Florian: Restbestand aus dem Job…

Patrick: Genau. Ich hab versucht, interessante Dialoge zu schreiben und das Wissen, das ich erlangt hab, natürlich irgendwie einzusetzen. Wobei meine Lektorin damals mich sehr stark gebremst hat. Also es war um einiges fachlicher als es jetzt ist, was gut ist. Was, wenn ich’s heute auch lese, wo ich sage, „Okay, würde ich etwas anders machen“, jetzt mit dem Wissensstand auch, mit dem vielen Feedback von Dir, mit den vielen Coachings, die wir hatten, mit dem, was ich gelesen hab.

Florian: Ich find’s ja trotz allem immer spannend… Gerade diese Nische zwischen – wie soll man sagen – Fachliteratur und deren Einfluss auf… Nennen wir’s, wie wir wollen… Belletristik oder schöne Literatur und welche Begriffe sonst noch in der Reihe stehen. Ich find’s immer am spannendsten zu sehen, wie da ein Einfluss vonstatten geht.

Also, da hast Du den Schwarm* und zahlreiche andere Romane, die wieder mit ähnlichen Methoden arbeiten. Das ist eben Meeresbiologie, bei Dir ist es IT, der nächsten macht’s mit Alchemie oder sonst was.

Deshalb finde ich’s immer spannend, da reinzugucken und… ich sag mal, beim Kerberos hast Du Dich ja letztlich auch nicht mit stinknormalem Alltag begnügt. Da kommt ja doch noch auch einiges aus der Berufswelt und dem Berufsalltag mit rein. Das soll ja auch so sein. Lassen wir’s mal nicht so da stehen, als wenn Du das alles gekürzt hättest zugunsten der Fantasywelt. Also, es lohnt sich trotzdem!

Patrick: Auf den Fall! Es lohnt sich für eine bestimmte Zielgruppe, würde ich sagen.

Florian: Richtig. Aber das muss auch nicht Deine primäre Zielgruppe sein; also Du sagst jetzt nicht, das ist ein Roman für ITler.

Patrick: Nein, nein. Meine Schwiegermutter liest das und hat das Hörbuch gehört und löchert mich dann mit Fragen.

Florian: Und sie hat nicht IT studiert?

Patrick: Nein, sie hat nicht IT studiert…

Florian: Dann trauen wir ihrem Urteil.

Patrick: Ich glaub, es ist gut für jeden, der sein Bewusstsein ein bisschen erweitern möchte.

Florian: Ja, ich fand’s ja auch spannend und hatte gerade deswegen auch an den Coachings Spaß, aber da soll sich jeder sein eigenes Bild machen.

Patrick: Absolut.

Florian: Wie stell ich mir das konkret vor? Wie komme ich von Pre-Sales zu der Idee, ich möchte einen Roman schreiben?

Du hast vorhin angesprochen, dass Du gekündigt hast. Wir müssen’s nicht in allen schmerzhaften Details durchgehen, wenn’s sie denn gibt. Aber wie kam es überhaupt zu der Idee, dass Du gesagt hast, ich schreib jetzt einen Roman?

Patrick: Also, ich habe im Frieden gekündigt. Ich hab beschlossen, mein eigenes Leben zu führen, auch als Selbständiger. Und ich war immer Träumer, Rollenspieler… Ich hab das geliebt, auch selbst in diese Welten abzutauchen. Im Kopf war ich damit immer beschäftigt.

Mit 13 habe ich angefangen, Rollenspiele zu spielen und seitdem war’s vorbei. Ich hab Fantasy gelesen und hab angefangen, auch im Beruf… und das war ein bisschen meine Stärke, ich war vorher nie Vertriebler… bin in Pre-Sales gegangen, das war 2014.

Ich war nicht so erfolgreich. Ich hab aber angefangen, dann Rollenspiel-Komponenten reinzunehmen. Ich hab mir dann vorgestellt: „Was kann ich denn? Irre Sachen kann ich!“ Ich hab mir vorgestellt, ich bin Rollenspielmeister, Spielleiter, und setz mich in das Meeting, sehe, wie das ausgehen soll und dann führe ich die Leute doch da einfach hin. Und das hat angefangen zu funktionieren.

Ich hab dann visualisiert, wie es ausgehen soll, und so hab ich das gemacht. Was mir das gezeigt hat, war, als ich dann aufgehört hab, dass irgendwas in mir steckt. Man sagt ja häufig, in jedem Autor steckt ein Buch. In dem Sinne war’s auch bei mir. Ich hab gefühlt, da ist was und dann schreibe ich das auf.

Florian: Wahrscheinlich auch die einzige Bedingung, unter der man eins schreiben sollte. Nicht “Ich denke, ich muss eins schreiben, damit ich’s auf dem Lebenslauf stehen hab”.

Patrick: Genau, deswegen habe ich auch gewartet bis ich 37 bin. Ich bewundere junge Autoren, die das können. Also wenn man mit 20 ein Buch schreiben kann, das finde ich großartig.

Florian: Also da wärst Du noch nicht so weit gewesen, meinst Du?

Patrick: Auf keinen Fall.

Florian: Da warst Du dann wahrscheinlich noch mitten im Studium, nehme ich an…

Patrick: Ja, mitten im Studium, beim Bund, was auch immer… Aber ich hätte die Lebenserfahrung gar nicht, um… Ehrlich, ich greif da auf viel zurück, das merk ich jetzt einfach. Ich frag mich, wie das andere Autoren machen. Ich frag mich vor allem, wie’s jüngere Autoren machen. Und ich finde großartig, wenn sie’s können, es zeigt einfach ihre Größe, das Talent.

Florian: Ja, oder… Ich sag mal, wahrscheinlich dann auch ein Stück weit… Einfach der Wille, dann früher Fehler zu machen. Die machen wir alle. Wird bei mir nicht anders sein, wird bei dir nicht anders sein. Nur ist es dann vielleicht einfach die Fähigkeit, früher damit umzugehen. Aber da stimme ich Dir auf jeden Fall zu.

Fantasy hast Du vorhin erwähnt oder Rollenspiele. Wir müssen jetzt nicht ganz tief in die Trickkiste greifen. Darüber könnten wir noch eine eigene Sitzung führen…

Verdankt sich denn auch die Wahl des Genres Fantasy ein Stück weit Deiner Biografie oder hat es da noch andere Gründe?

Also hast Du vielleicht gedacht, “Ich muss meinen großen Kosmos haben”, oder “Ich brauche bestimmte Motive, die sich für meine Message eignen”?

Du hast ja auch viel Spirituelles drin, viele Figurentypen mit übermächtigen Kräften usw. usf.

War das einfach der Anschluss, um zu sagen, “Ich nehm jetzt Fantasy”, oder war das wirklich dieser Clash, sag ich mal, das Aufeinanderprallen von Biografie und dem Wunsch, ein Buch zu schreiben, dann war ein Rollenspiel schon da und es passte gut zu Fantasy? Wie war der Prozess?

Patrick: Ich glaub, es ist ganz einfach: Da, wo ich mich wohl fühle, das mache ich auch. Also ich kann anfangen, ich kann den Fantasybereich erzählen. Das fällt mir leicht, weil ich viel gelesen hab in dem Bereich, weil ich lange Rollenspiele gemacht hab und dann ist das, glaub ich, ein ganz natürlicher Schritt, das auch zu beschreiben. Und natürlich: Das Schwierige war für mich, die Realwelt einzubringen, wobei mir die immer mehr Spaß macht.

Das fand ich auch gut, dass Du gesagt hast, als Du es zum ersten Mal gelesen hast, also Kerberos, dass Du Dich gleich in der Realwelt besser wiedergefunden hast als in der Fantasywelt. Das war natürlich die Rohfassung.

Florian: Was natürlich auch zum einen daran gelegen haben mag – es war ja die Rohfassung, die hast Du mir ja unter Vorzeichen gegeben. Also Hut ab dafür, wenn Du dann sagst “die jungen Autoren…”. Ich glaube, wenige geben dann auch so früh die Rohfassung ab.

Aber zum anderen finde ich dann auch interessant, dass Du sagst, mit der Realwelt hast Du Dich schwer getan. Das wäre ja normalerweise das, wobei andere sagen, Du gehst raus vor die Tür und das beschreibst Du, jetzt mal salopp formuliert. Wir wissen alle, dass es nicht so ist. Aber was genau waren denn da die Schwierigkeiten, also gegenüber der Fantasywelt? War es einfach, weil es nicht Deine Lektürewelt war, also weniger gelesen, was den Bereichen zugehört hätte?

Patrick: Ja, die Ideen. Letztendlich komme ich nie ins Stocken in der Fantasiewelt. Also wenn man schreibt… Wenn ich in der Fantasywelt schreibe, habe ich nie eine Ladehemmung. In der Realwelt denke ich mir, “Was ist der Konflikt? Was kann passieren? Wie geht’s weiter?”.

Und dann brauche ich häufig Pausen, für die ich ein paar Techniken hab, die ich anwende, um weiterzukommen. Aber ich merke, dass ich da öfters stocke.

Florian: Wie machst Du’s dann? Schaust Du dann, dass Du in der Fantasywelt weiterkommst?

Patrick: Nein, ich gehe vom Problem nicht weg. Also ich hab ein 10-Ideen-Konzept, das versuche ich, jeden Tag zu machen: Auf irgendeine blöde Frage zehn Ideen, z. B. „10 Ideen für den nächsten Newsletter“ schreibe ich auf, oder „10 Ideen, wie ich Florian ärgern kann“.

Das schreib ich dann runter und das mache ich jeden Tag. In den Punkten hilft mir das genau, also ich hab dann ein Thema im Roman, wie geht’s weiter? – Okay, zehn Ideen! Mein Hirn macht dann einfach mit und dann hab ich zehn mögliche Dinge, wie es weitergeht. Die kombiniere ich häufig noch, und dann hab ich inhaltlich was Außergewöhnliches, wie’s weitergeht.

Das hat mir stark geholfen nach Deiner Überarbeitung von Kerberos: Du hast gesagt, die Comic-Komponente – mein Protagonist zeichnet Comics und es kam nicht ganz rüber…

Also habe ich mir überlegt, welchen Einfluss das haben kann und letztendlich werden die Comics Realität. Was er macht, er schreibt Comics, das passiert und hat Auswirkungen, die zu Konflikten führen. Sie sind nicht gut für ihn. Und er versucht sich dann, mit weiteren Comicseiten herauszuhebeln.

Das macht’s wieder schlimmer und das war ein unglaublich spannender Prozess, aber nach Deinem Story Coaching, nach Deinem Review habe ich mich den Themen gestellt. Ich habe gemerkt, dass das von der Qualität her nicht das war…

Florian: Ich glaube, ursprünglich war es ja noch so: Es war schon recht dominant drin, sag ich mal, als Sachinformation in der Handlung dann auch – wir greifen nicht so weit vor, wobei ich glaube, eine Story muss man sowieso gelesen haben, aber…

Es kommt ja auch ein Comicladen vor, der gegründet werden soll usw. usf. Das hat ja schon auch Auswirkungen auf die Handlung gehabt. Aber was ich ja dann angesprochen habe, ist, dass es auch medial reingehen kann. Und das ist so super rausgekommen.

Ich bin natürlich noch gespannt auf das Endergebnis, aber so wie Du es bisher umschrieben hast, wird das, glaube ich, ein Knaller. Und man merkt dann auch, dass das gut ineinandergreifen kann, in beiden Welten.

Patrick: Dein Feedback war richtig gut!

Florian: Das freut mich!

Patrick: Das bringt viel, also ich kann es jedem nur raten: Holt Euch einen Story Coach, holt Euch einen Lektor, der in Eurer Welt spielt. Also, gerade Dein Story Coaching war der Oberhammer! Die Bücher, das Coaching… Ich hab ein paar Statistiken gemacht, was Du mit mir gemacht hast, was Du mir angetan hast…

Florian: Oh je, Du hast es alles in grausamen Zahlen festgehalten!

Patrick: Ja, genau. Aber es war gut.

Florian: Ich hab’s neulich gesehen. Was hast Du geschrieben, 700 Kommentare?

Patrick: Ja, über 700 Kommentare hast Du mir hinterlassen.

Florian: Was man jetzt nicht mitzählt, aber wenn man die Zahl sieht, dann fühlt man sich fast ein bisschen schlecht.

Patrick: 15 Seiten an Story-Feedback, sechs Wochen Arbeit waren es letztendlich, also 5000 gelöschte Wörter, 7000 musste ich neu schreiben. Also “musste ich”… Also auch 13.000 Wörter, 12.000 genau… Das sind einfach zwei Wochen, die Du dann anfängst zu schreiben.

Florain: Wobei es ja letztlich der Story guttut.

Patrick: Ja, super! Wirklich. Unbezahlbar, letztendlich.

Florian: Freut mich!

Patrick: Wobei, jetzt hab ich Dich schon bezahlt, jetzt kann ich’s sagen.

Florian: Wir haben jetzt schon mehrfach über dieses Vermischen, Vermengen von Alltag und Fantasywelt, von Business und Fiktion gesprochen. Was ich bei all Deinen Inhalten – also Kerberos für den Moment mal außen vor – was ich da irre interessant finde, ist, wie Du das auch im Newsletter angehst.

Vor zwei oder drei Wochen hast Du einen Newsletter rausgeschickt, in dem Du Deine eigene Figur – das war der Heilige Heinrich, glaube ich – interviewt hast. Vor einer Woche gab’s dann noch mal was Ähnliches, wenn mich nicht alles täuscht. Also, dass Du das Ganze dann auch in dieses Medium überträgst, was eigentlich sonst häufig – würde ich zumindest denken – die Sachbuchautoren ausschlachten.

Also jeder Sachbuchautor, den Du Dir auf dem Markt anschaust oder zumindest die meisten… Da heißt es, wenn Du auf den Markt kommst, erst recht, wenn Du Selfpublisher bist: Newsletter!

Und darüber ziehst Du die ersten Leser und das nutzt Du letzten Endes auch als Vertriebskanal, weil es nach wie vor zuverlässiger ist als alles, was an Social Media oder sonst was draußen ist. Also wenn Du einen Newsletter hast, hast Du ja eigentlich gewonnen.

Und bei den Romanautoren und bei allem, was dann außerhalb von Ratgebern ist, heißt es dann, “Ja, ihr könnt einen Newsletter machen, aber so richtig funktionieren wie bei den Ratgebern wird das nicht. Ihr könnt ja nichts aus Euren Inhalten machen. Dann verschenkt Ihr vielleicht ein Prequel oder Sequel und ansonsten sind Euch die Hände gebunden. So dann häufig der Rat, den ich im Netz gelesen habe.

Und deshalb fand ich es bei dir ganz spannend, dass Du das ganz ungezwungen angehst und dann da auch mal ganz salopp, quasi wie im Alltag, eine Story einbindest.

Welche Vorteile hat das so für dich? Also ist das erst mal nur kreatives Ventil oder ist es gleichzeitig noch tatsächlich auch nützlich, um Leser zu binden, anzuziehen

Welche Funktion auf welchen Ebenen erfüllt das für Dich, solche Newsletter zu schreiben; abgesehen davon, dass es vielleicht einfach nur Spaß macht?

Patrick: Also ich möchte behaupten, dass es für jeden Romanautor, der langfristig erfolgreich werden will, wichtig ist, einen Newsletter zu haben mit seinen Lesern. Das ist mein Ziel, ich will eine Leserschaft aufbauen und der einzige Weg, den ich sehe, ist ein Newsletter. Alles andere ist einfach verpuffte Energie. Ich möchte nicht tagtäglich auf Twitter jede Stunde meinen Schreiballtag kundtun und das lesen dann eh nur Autoren.

Ich bin jetzt auf Twitter und es ist relativ eng verzahnt, es ist eigentlich eine Autoren-Community.

Florian: Genau, #Autorenleben!

Patrick: Und der Newsletter ist ein unglaublich cooles Vehikel. Ich hab mich auch viel mit Marketing beschäftigt, schon aus dem Job heraus; angefangen bei Seth Godins This Is Marketing* – eines der coolsten und empfehlenswerten Marketing-Bücher überhaupt.

Er sagt eine unglaublich wichtige Sache, finde ich:

Wenn Du’s nicht schaffst mit Deiner minimal viable audience umzugehen – die kleinste Menge an audience oder Lesern, die Du haben kannst – wie denkst Du, dass Du mit einem Newsletter von 1.000 oder 10.000 Leuten umgehen kannst?

Von daher baue ich den langsam auf, erzähle im Prinzip jedem auf der Straße, der mich danach fragt, von meinem Buch und dem Newsletter. Und dann hatte ich nach ein paar Wochen schon fast 60 Leute im Newsletter.

Das ist für die, die wirkliche Newsletter haben, nicht viel. Ich find das eine unglaublich gute Möglichkeit, Leute mit meinem Content zu bedienen. Springen Leute ab? Bis jetzt ist noch keiner abgesprungen. Ich muss häufig selber nachfragen, “Musstest Du schmunzeln?” – “Ja, musste ich. War ein cooler Newsletter. Hat mir gefallen.”

Bei dem Interview hatte ich leider kein Feedback von Dir, aber macht auch nichts. Letztendlich finde ich, es gilt für jeden Autoren: Jeder, der sagt, “Ich hab dafür keine Zeit” – Stop! Macht es! Das ist langfristig wichtig. Das ist das wichtigste Grundinstrument, das man haben kann.

Florian: Ja, deshalb betone ich’s ja auch nochmal. Es ist die eine Frage zu sagen, “Ich brauche einen Newsletter” und die andere Frage, “Wie fülle ich ihn mit Inhalten?”.

Also ich sag mal, egal ob ich im deutschen oder englischsprachigen Bereich schaue, es gibt ja noch diejenigen Autoren, die das Ganze betreiben wie einen komplett reduzierten oder heruntergekochten RSS-Feed. Das einzige, was Du da bekommst ist, “Heute ist mein Buch hier im Angebot, morgen ist mein Buch da im Angebot, kauf’s auf Amazon, kauf’s auf Kobo”. Das ist es dann im Endeffekt – “Mit freundlichen Grüßen”

Natürlich hat das rein finanziell einen gewissen Mehrwert für den Leser, der meine Bücher ohnehin schon kaufen will, aber irgendwie…

Also ich habe solche Newsletter schon bekommen und danach abgestellt. Aber Du siehst ja den Unterschied, den ich meine. Und dann zu sagen, ich nehme jetzt noch zusätzlich den Aufwand auf mich und schreibe – wenn’s nur einmal im Monat ist – eine eigene Story, die dann nur meine Abonnenten und Fans bekommen, finde ich, das zeigt auch noch eine gewisse Wertschätzung diesen Lesern oder dem inneren Zirkel gegenüber; je nachdem, wie man sie dann aufbauen kann und an sich bindet, was ja gut ist.

Patrick: Und da hilft wieder das 10-Ideen-Ding: “Was könnte ich meinem Newsletter denn Gutes tun?” – Zehn Ideen runterschreiben. Die kommen schon irgendwoher. Irgendwas Blödes kommt dabei schon raus. Die Idee vom Dialog mit meinem Hauptcharakter, die kommt von der Schwester meiner Schwiegermama, die mein Buch auch gelesen hat. Und sie liest auch gerne ein bisschen… Ich will nicht sagen Erotik-Romane… Ich weiß es gar nicht genau.

So ein bisschen Fantasy mit ein bisschen Nacktheit, glaube ich. Und es gibt da eine berühmte Autorin, die das regelmäßig macht mit ihren Göttern und das fand ich so faszinierend. Das hat sie mir dann erzählt. Und da lästert der eine über den anderen: Warum der jetzt dran war und der wieder nicht.

Das ist doch genial! Coole Idee, mach ich! Also ich guck mir das ein bisschen ab, ich versuche, mich ein bisschen zu inspirieren und selbst meinen Lesern irgendwas zu bieten, was Mehrwert ist. Natürlich, dass ich ihnen auch mitteilen kann, wenn ich ein neues Buch hab.

Florian: Logisch. Aber Grundsatz ist ja doch – und das, muss ich sagen, habe ich über die Zeit auch wirklich immer mehr bei dir schätzen gelernt – better done than perfect.

Das meine ich jetzt nicht in einem abschätzenden oder herabwürdigenden Wert, sondern die Idee ist da und dann muss sie auch raus und geliefert werden. Ich feile nicht noch zwei Jahre an ihr herum, bis ich die E-Mail abschicke. Die Extreme gibt’s ja auch: Leute, die sagen, “Ich schreibe jetzt seit zehn Jahren an meinem Roman, vielleicht ist er in 15 fertig.”

Aus der Wissenschaft heraus kommend, sag ich mal, es ist nicht so, dass man’s für immer und ewig betreibt und an ein und demselben Werk schreibt. Aber es ist schon mehr darauf getrimmt, dass man noch weiter Thesen verifiziert und da nochmal nachprüft, darüber noch eine Fußnote sucht.

Deshalb muss ich sagen, das habe ich bei Dir wirklich sehr schätzen gelernt: Idee raus und Story muss geliefert werden; meine Leser brauchen Futter.

Patrick: Man hat ja mehr Sachen zu tun. Nein, genau. Ist ein wichtiger Punkt. Habe ich auch vielleicht aus dem Job im Software-Business, wo’s wirklich darum geht, in Iterationen zu arbeiten, schnell am Markt zu sein. Ich meine, in den Newsletter kann ich immer wieder reingehen, wenn’s ein automatisierter ist, und ihn updaten. Der nächste, der kommt, hat halt Glück und der hat den Kommafehler nicht.

Letztlich wäre es aber nicht schlimm. Wir machen alle Fehler. Ich find’s immer cool, wenn meine Leser schmunzeln können, wenn Du lachst, wenn man in einem Buch lacht – das gefällt mir.

Florian: Gehört bei guten Geschichten dazu, würde ich sagen.

Patrick: Genau.

Florian: Du hast gerade auch gesagt, es verdankt sich ein Stück weit auch Deinem Job…

Gibt’s sonst gewisse Arbeitsroutinen, die sich noch dem Pre-Sales-Background verdanken, also in Deinem heutigen Schreiballtag?

Also Ideen schnell raus, schnell abliefern, das haben wir gerade gesagt. Sonst vielleicht irgendwas, wo Du sagst, da erkenne ich alte Muster? Oder nicht alte Muster, Du bist ja in Pre-Sales noch tätig… aber ich erkenne die Muster in gewisser Weise in meinen Schreibroutinen wieder.

Patrick: Ja, klar. Im Vertriebsshop muss man seine eigenen Grenzen überwinden. Du sitzt auf einmal vor Leuten, die sind Dir fremd. Du weißt nicht, was die wissen. Man fühlt sich erst mal flaky. Also was man dort viel lernt, ist, auf die Leute zugehen, Vertrieb machen, einfach mal rausgehen, kommunizieren… Also auch vielleicht im Kopf visualisieren,…

“Was will ich erreichen? Wo will ich hin?”, und das dann auch durchziehen. Und sich vor allem zu positionieren. “Was mache ich? Wer bin ich? Warum tue ich es? Was hat der andere davon?”

Ich versuche, mich sehr schmal zu positionieren, auf etwas vollkommen Abgedrehtes. Es ist mir bewusst, weil ich einen Genre-Mix mache.

Dadurch halbiere ich ja eigentlich meine Zielgruppe. Also, ich habe Leute, die gerne Fantasy gelesen oder Belletristik oder Realwelt oder Romane… und durch den Mix reduziere ich eigentlich meine Zielgruppe.

Das ist ein wichtiger Punkt, den man verstehen muss, wenn ich das mache. Mir ist das in dem Sinne auch nicht wichtig. Mir ist meine Positionierung wichtig, weil ich Leser haben möchte, die wirklich mögen, was ich schreibe. Dann kann ich daraus wachsen.

Florian: Das muss man natürlich auch dazu sagen: Es klingt jetzt vielleicht erst mal so, als würdest Du selbst eine Deine eigenen Werke oder die Leserschaft kannibalisieren. Aber letztlich ist es ja wichtig, dass Du Dich positionierst. Das Schlimmste, was ich immer höre, ist, wenn Leute sagen, “Mein Werk, das ist so genial und so einzigartig. Das passt in kein Genre!”

Da gehen überall die Alarmglocken an, beim Buchhändler, beim Leser, beim Lektor, beim Story Coach… Die denken sich alle, “Also weißt Du selber nicht, was Du willst”. (In diesem Webcast sprechen auch Annika Bühnemann und Julia Stein darüber, für die, die es gerne vertiefen möchten).

Und in Deinem Fall ist es ein Mix, den man sonst nicht… mir ist er sonst nicht bekannt. Ich habe ihn sonst nirgendwo gefunden oder bin damit sonst nicht vertraut. In Abwandlungen ja, aber das tut Dir, der Marke und den Büchern ja letzten Endes gut.

Und Du nimmst ja sowieso keinem anderen Autor die Leser weg. Das muss man ja auch immer noch dazu betonen. Wir konkurrieren ja in dem Sinne nicht, sondern man kann ja auch zwei Bücher lesen.

Patrick: Zur Zeit nehme ich wirklich buchstäblich niemandem die Leser weg. Siehe Amazon Dashboard… Es ist wirklich harte Arbeit. Sich da nicht demotivieren zu lassen, ist schon krass, wenn Du das Dashboard siehst. Am Anfang geht es gut. Die Power wie im Verlag, regelmäßig Promotion zu machen, das verlangt schon einiges ab.

Florian: Der Unterschied liegt, glaube ich, auch vor allem in anfänglichen Verkäufen. Dann hast Du den Boom am Anfang, weil der Verlag natürlich eine ordentliche Plattform hat. Aber ich glaube, die Regelmäßigkeit ist das, was gerade den Selfpublishern oder denen, die viel in Eigenarbeit machen, letzten Endes auch gut tut, weil dann langfristig einfach die Ergebnisse da sind. Aber das braucht natürlich Geduld.

Patrick: Ja, und vor allem braucht’s eine Strategie. Ja, ich glaube es auch zwo, drei Bücher. Ein gutes.

Florian: Hast Du’s schon geschrieben?

Patrick: Bei Kerberos bin ich selbst von mir überrascht.

Florian: Es klang so ein bisschen irre, zu sagen, “Drei schreibe ich und eins muss gut sein!”

Patrick: Ich hab ja einen Hintergedanken dabei. Eins sollte richtig gut sein und das richtig gute – das verstehen die meisten nicht, wenn ich’s erkläre – sollte man for free anbieten. Und zwar, um den Newsletter zu joinen. “Du bekommst das Buch for free, es ist das beste, was ich habe. Joine meinen Newsletter.”

Und damit – wenn’s denn gefällt – sind die anderen Käufe dann Folgekäufe. Natürlich musst Du die Qualität hoch halten. Das Thema ist, man entwickelt sich als Autor. Du schaust dann zurück und denkst, “Okay, hätte ich anders machen können”. Und das ist für mich ein bisschen das Spannende. Wie gehe ich jetzt mit dem um, was ich heute anders machen würde, auch von der Qualität her?

Florian: Ein Stück weit ist es ja auch ähnlich wie dann bei Anlagemodellen. Ich weiß ja auch, dass Du viel am Markt unterwegs bist und es funktioniert eigentlich ähnlich: Ich liefere verschiedene Produkte. Beim Buch ist es dann noch so, ich liefere es in verschiedenen Formaten, in verschiedenen Sprachen.

Über englische Versionen haben wir beiden beispielsweise auch schon gesprochen. Vom ersten Buch hast Du schon die Audio-Version.

Was mache ich mit meinen Rechten im Ausland? Möchte ich mein Buch vielleicht irgendwann in Pakistan oder China verkaufen etc. pp. Das sind natürlich auch alles Dinge, die einem dann unter Umständen auch zuspielen können, wenn man das Ganze vertreibt. Ja, spannende Geschichte, aber über Vertrieb und all diese Modelle könnten wir noch eine eigene Sitzungen führen.

Patrick: Ja, ich hab da noch mehr Ideen.

Florian: Ja, ich bitte darum!

Patrick: Da gibt’s eine Menge, was man machen kann als Selfpublisher.

Florian: Wie sieht konkret Dein Schreiballtag aus? Oder wie bindest Du das Schreiben in den Alltag ein?

Patrick: Ganz einfach, am Morgen schreibe ich mein Fachbuch.

Der Morgen beginnt aber mit den Kindern, auf jeden Fall. Wir frühstücken zusammen, ich bringe sie zum Kindergarten, verbringe ein bisschen Zeit mit meiner Frau. Wir meditieren manchmal zusammen, dann schreibe ich, dann kommt der Mittag, wieder mit meiner Frau.

Wir haben die Zeit, die wir uns frei nehmen können, weil wir beide nicht angestellt sind. Danach ein bisschen Kinderzeit, dann Trading – das mache ich wirklich am Nachmittag. Sport kommt dann mit rein und am Abend schreibe ich dann mein Fantasybuch.

Ich gehe selten mal zum Kunden, aber das genieße ich dann auch. Drei, viermal im Monat bin ich dann im Kundenmeeting, wo ich als Pre-Sales oder als Coach unterwegs bin. Und so gestalte ich das. Und damit ist viel Zeit für Kinder, Familie, mal einen Ausflug zwischendurch.

Florian: Klingt auch nach einem gesunden Rezept, was den Ausgleich zum Schreibtisch oder zur Arbeit allgemein anbelangt.

Patrick: Ja, man muss lernen… Man hat nicht mehr Zeit, wenn man nicht arbeiten geht. Das ist komisch. Ich denke, man hat gefühlt weniger. “Oh, jetzt hatte ich eine Stunde Freizeit, ich wollte machen…”. Damit muss man umgehen lernen, dass man sagt, ich hab die zwo, drei Themen, auf die ich mich fokussiere, und die kommen voran.

Florian: Den Satz halten wir als Motto der Sendung fest:

Patrick: Nein, man hat nicht mehr Zeit, auch als Selbständiger nicht.

Florian: Setzt Du Dir bestimmte Limits, also Wordcount, Seitenzahl, bestimmte Stunden, die Du am Schreibtisch sitzt?

Sowohl beim Fachbuch als auch beim Roman, wie sieht’s da aus?

Patrick: Ganz einfach, 1000 Wörter am Tag jeweils. Die muss ich schaffen. Und was danach ist, ist vollkommen egal. Wenn’s läuft, mach ich weiter.

Florian: Und wenn nicht?

Patrick: Dann mach ich weiter, bis ich 1000 hab.

Florian: Okay, und wenn’s eine Nachtschicht wird…

Patrick: Ja, und wenn ich da Ah-Ah-Lulu hinschreib, ich schreib einfach weiter oder ich mach eine Zehn-Ideen-Liste, wie es weitergehen kann und dann funktioniert es meistens.

Diese Zehn-Ideen-Liste habe ich von James Altucher, falls ihn jemand kennt oder auch nicht… Der ist Amerikaner, der ist supercool. Also unglaublich gute Bücher geschrieben (Choose Yourself*), war mal drogensüchtig… Kann ich nur empfehlen als Motivator mit richtig guten Ideen. Die zehn Ideen habe ich von ihm und das mache ich seit einem halben Jahr täglich.

Man levelt seinen Kopf ab, ideenmäßig. Wirklich gut, funktioniert.


Das war’s für heute! Teil 2 folgt aber bald. Ich hoffe, Ihr habt so viel mitgenommen wie ich. Wenn’s Euch gefallen hat, lasst es uns wissen. Und folgt natürlich Patrick fleißig im Newsletter!

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